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Neue Schulrätin : Stadt denkt an den Bau neuer Schulen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die neue Schulrätin Maike Jennert wird sich zunächst um die Integration der Flüchtlingskinder kümmern müssen. Ungefähr jeder dritte Flüchtling ist im schulpflichtigen Alter.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2015 | 11:00 Uhr

Flensburg | Grob geschätzt jeder dritte Flüchtling ist im schulpflichtigen Alter – und spätestens mit der Verteilung auf die Städte und Kreise greift diese Schulpflicht. Das bedeutet, allein die Stadt Flensburg bekommt noch in diesem und spätestens im nächsten Schuljahr hunderte Flüchtlingskinder als neue Schüler hinzu.

Seit vergangenen Donnerstag hat das Ministerium eine neue Managerin für diese und alle anderen Fragen rund um die Schulen bis Klasse 10: Maike Jennert (42), zuletzt Schulrätin in Nordfriesland, wird Nachfolgerin von Schulrat Hans Stäcker in Flensburg, der ins Bildungsministerium wechselt. Unmittelbar ist die Mutter einer gerade eingeschulten Tochter damit für die zehn Grundschulen der Stadt, die drei Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe sowie die beiden Förderzentren Friholt- und Max-von-der-Grün-Schule zuständig – 15 Schulen mit 423 Lehrkräften und knapp 3500 Schülern.

„Sie ist wirklich richtig gut, kann sehr analytisch denken und kommt zu vernünftigen Lösungen“, erklärte Referatsleiter Hans Hermann Dube aus dem Bildungsministerium zu der Neuen in Flensburg, die mit Hans Stäcker jemanden in Flensburg ersetzen müsse, der hier Zeichen gesetzt habe.

Flensburgs Bildungsmanager Wolfgang Sappert nannte das Aufgabenspektrum der Schulrätin hochkomplex, gerade mit Blick auf die neuen Aufgaben rund um Asylsuchende. „Die neueste ist DaZ, Deutsch als Zweitsprache: Wie versorgen wir Flüchtlinge mit Sprachlehrgängen?“ Derzeit gibt es DaZ-Zentren an zwei Flensburger Grundschulen – Ramsharde auf der Westseite und Fruerlundschule auf der Ostseite – sowie am Alten Gymnasium. Sappert erklärte, dass die Stadt grob damit rechne, dass ein Drittel aller Asylsuchenden in die Schulen komme: „Sie sind vom ersten Tag an schulpflichtig.“ Derzeit würden in den Flensburger DaZ-Zentren 150 Kinder unterrichtet, darunter 60 Flüchtlingskinder. Flensburgs Schulmanager rechnen damit, dass diese Zahlen massiv steigen werden, wobei man integrativ stundenweise im DaZ-Zentrum unterrichte und teilweise in Klassen. „Unser Problem ist die Infrastruktur, sagte der Bildungsfachbereichsleiter der Stadt, die im Gegensatz zum ländlichen Umland ohnehin nicht von demografischem Wandel betroffen ist.

Die Arbeitsgruppe Bauzustände habe längst deutlichen Handlungsbedarf an mindestens drei Grundschulen erklärt, und es werde nach den Herbstferien einen Vorschlag an die Politik geben. Das könne bis hin zum Auftrag gehen, die eine oder andere Schule neu zu bauen. Ziel sei es, zusammen mit den Förderschulstandorten stadtteilnah zu beschulen. In diesem Zug werde womöglich auch die Schulkinderbetreuung mit Offenem Ganztag und Hort verschränkt oder ganz zusammengeführt.

Nicht als Schulen, aber als Gebäude sind vor allem Ramsharde, Fruerlund- und Hohlwegschule im Visier der Stadt sowie unter den weiterführenden Schulen die 70er-Jahre-Komplexe von Kurt-Tucholsky-Schule und Fördegymnasium mit ihren millionenschweren Instandhaltungskosten.

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