zur Navigation springen

SC Weiche 08 : Stadion in Flensburg: Ein „Schmuckstück“ und viele Fragen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadt stellt Pläne für den Umbau des alten Stadions vor. Ein Fassungsvermögen von 5000 reicht nicht für die 3. Liga.

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Der Titel war eher holprig – eine Anlieger-Informationsveranstaltung zur Nutzer-Bedarfsanalyse –, das Thema um so interessanter. Klar ist: Das Flensburger Stadion ist in die Jahre gekommen und genügt den Ansprüchen an größere Sportveranstaltungen schon lange nicht mehr. Das soll sich ändern, befeuert auch von den Fußballern des SC Weiche Flensburg 08, deren Ziel es ist, in die 3. Liga aufzusteigen. Dazu brauchen sie eine entsprechende Spielstätte. Seit knapp einem Jahr laufen Gespräche und Planungen, um – Zitat aus der Nutzer-Bedarfsanalyse – „ein vielfältig nutzbares Sport- und Veranstaltungszentrum für die Menschen der Region“ zu schaffen.

Wann das ertüchtigte Stadion fertig sein und wie viel es kosten soll, dazu gab es bei der Veranstaltung in der Aula der Fridtjof-Nansen-Schule keine Informationen. „Wir sind noch in Planungsphase Null“, sagte Bürgermeister Henning Brüggemann. Vorgestellt wurden die Pläne, die seit November 2016 erarbeitet worden sind. In Workshops und Gesprächen war die Nutzer-Bedarfsanalyse erstellt worden, die Architekt Joachim Lenschow vom Kieler Planungsbüro Drees & Sommer vorstellte.

Umbau, Neubau, Herrichtung – im maroden Flensburger Stadion ist eine Menge zu tun. Wann und ob gebaut wird und wie viel es kosten wird, steht noch lange nicht fest.
Umbau, Neubau, Herrichtung – im maroden Flensburger Stadion ist eine Menge zu tun. Wann und ob gebaut wird und wie viel es kosten wird, steht noch lange nicht fest. Foto: Drees & Sommer
 

Wichtig dabei: Es ist kein reines Fußball-Stadion, aber die Drittliga-Tauglichkeit spielt eine wichtige Rolle. Zu diesem Thema war auch eine Machbarkeits-Studie angefertigt worden. Darin ging es in erster Linie um die flächenmäßigen Anforderungen – und die Antwort auf die Frage, ob das Stadion für den Drittliga-Spielbetrieb ausgestaltet werden könnte, wurde mit einem klaren Ja beantwortet.

Das umgebaute Stadion soll 5000 Zuschauern Platz bieten, 1200 Sitzplätze sind vorgesehen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) fordert für eine Drittliga-Spielstätte aber ein Mindest-Fassungsvermögen von 10.000 Zuschauern (darunter 2000 Sitzplätze), Ausnahmen sind nicht möglich. Das hatte auch DFB-Präsident Reinhard Grindel bei seinem Besuch beim SC Weiche Flensburg 08 unmissverständlich unterstrichen.

„Wenn das so ist, dann müssen wir uns dieser Thematik stellen“, sagte Brüggemann. Die Stadt-Verantwortlichen waren überrascht. Sie gingen davon aus, dass – zumindest für eine Übergangszeit – eine Ausnahmeregelung möglich wäre. Die „Zehntausender-Lösung“ halten sie für überzogen, sind aber nach eigenem Bekunden auch darauf eingestellt. Dann würden die Tribünen deutlich höher ausfallen und die umliegenden Spielflächen schmaler. „Die 5000er-Lösung ist besser und für diesen Standort sinnvoller“, unterstrich Lenschow. „Das kann ein Jahrzehnt-Projekt werden“, sagte Dr. Wolfgang Sappert, Leiter des Fachbereichs Bildung, Sport und Kultureinrichtungen. Und Jochen Haut, der Vorsitzende des Ausschusses für Bildung und Sport, sprach von einem „Schmuckstück“ – alles bezogen auf ein Stadion maximal mit 5000 Plätzen.

Fast alle Fragen aus dem Publikum kamen von Anwohnern und befassten sich mit der Verkehrssituation. „Das ist ein komplexes Thema, darauf haben wir noch keine Antwort“, Sicherheits- und Verkehrskonzepte müssen erarbeitet werden, sollte der Umbau beginnen. „Mitte 2018 wird sich das Bild schärfen. Wir denken in Bausteinen. Zuschauerzahlen, Erschließung, eventuelle Lärmbelästigung, Investitionsplanung – das Ganze wird sich über Jahre hinziehen“, so Brüggemann.

Was nicht passieren wird, ist ein Stadion-Neubau auf städtischem Grund. „Dafür haben wir gar keine Flächen“, sagte Sappert. Und auch die angeregte Errichtung eines Parkhauses auf dem neuen Stadion-Gelände stieß auf wenig Gegenliebe. „Ich glaube nicht, dass die Politik das mitmacht“, so Jochen Haut. Das Stadion soll laut Brüggemann primär eine Breitensport-Anlage sein – mit Option auf Drittliga-Fußball.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen