zur Navigation springen

Kirchensanierung : St. Jürgen kann wieder glänzen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Sonntag feiert die Flensburger Gemeinde Wiedereröffnung nach fast drei Jahren. Doch ein paar Baustellen bleiben noch.

Flensburg | Die mehr als 400 Jahre alten Engel sitzen wieder fest verleimt auf der Kanzelkrone, die Emporenbilder strahlen in ganz neuem Glanz. Bauausschussvorsitzender Kai Petersen hat zuletzt sogar noch zwei Masten und vier Rahen der Votivschiffe neu geleimt. Eines davon trägt den Namen Auguste Viktoria. Ursprünglich wollte ja die Kaiserin zur Eröffnung 1907 kommen.

Die Wiederöffnung am kommenden Sonntag dürfte kaum weniger feierlich für die St.-Jürgen-Gemeinde – und ein Test, wie viele Gäste das Gotteshaus am östlichen Fördehang wohl fassen möge. Selbst Pastor Stefan Henrich mag sich nicht festlegen – von knapp 400 bis 500 reichen die Schätzungen.

Spendenflut in letzten anderthalb Jahren

Erwartet werden viele jener Unterstützer, die in den vergangenen anderthalb Jahren gut 100 000 Euro für den Förderverein und weitere 40 000 Euro direkt an die Kirchengemeinde spendeten. Und nach drei Weihnachts- und zwei Osterfesten in Gemeindehaus und Nachbarkirchen sind sie auf Jürgensby froh, endlich das Kirchenportal an der Jürgensgaarder Straße wieder öffnen zu dürfen.

Der Kirchenvorstand um Stefan Henrich freut sich, dass die spektakuläre Gewölbesanierung mit sechs daumendicken Niro-Edelstahlstangen in zehn Metern Höhe im Jahr 2014 erfolgreich zu Ende gegangen ist: „Die Kirche ist nun schön und neu gesichert – und doch die alte geblieben“, sagt der Pastor.

Das unter dem Gewölbe auf Spannung zusammengeschraubte Kirchenschiff soll nun für Jahrhunderte sicherstellen, dass die fast zehn Zentimeter nach außen gewanderten Kirchenmauern sich nicht mehr weiter bewegen können.

Schwerstarbeit für Handwerker

Im Frühjahr 2014 war es noch dicker gekommen: Nach einem ersten Schwammfund an der Kirchenwestseite hatten die Kirchensanierer um Ingenieur Heinz-Werner Hinrichsen an sieben weiteren Stellen Schwamm und Moderfäule entdeckt.

Maurer und Zimmerleute mussten neben etlichen Dachbalken auch richtig große Stücke des Mauerwerks austauschen – das größte davon sechs Meter lang über zwei komplette Fenster an der Nordwand hinweg. In einer Ecke waren Fußhölzer und Schwellen so weich, dass man sie mit dem Finger eindrücken konnte.

Wenn die Gesamtsumme der Arbeiten nun auf rund 650 000 Euro taxiert wird, weist Kirchenvorstand Gernot Nicolai daraufhin, dass dennoch nichts teurer geworden sei als geplant. Die Schäden waren einfach größer und zahlreicher als absehbar.

Mit 350 000 Euro und nochmals 62 000 Euro trug der Kirchenkreis den Löwenanteil an der Sanierung. Lars Jensen-Nissen indes ist klar, dass auch die Hilfe der Förderer weitergehen wird: „Der Förderverein kann sich nicht zurückziehen“, ahnt er.

"Abriss war nie eine Option"

Eine letzte Baustelle bleibt nämlich noch: der Turm. Nach drei Tagen Regen aus Südwest steht Wasser in Turm und Dachstuhl – und auch die angerostete Glocke muss irgendwann ersetzt werden. Auch die Orgelreinigung war bislang noch nicht möglich, dafür sind nun drei Wochen und eine geringe fünfstellige Summe veranschlagt.

Ein paar gute Ideen wird die Kirche nach Lage der Dinge also noch benötigen. Zur Eröffnung kommen bereits je ein Rot- und Weißwein auf den Markt – Drachenblut und Drachenträne können auf das Wohl der Kirche getrunken werden. Auch diese Namen haben einen Bezug zu St. Jürgen – Heiliger Georg, der Drachentöter.

Was Stefan Henrich besonders freut: Er sei immer nur gefragt worden, wann die Kirche denn endlich wieder öffne. „Abriss war nie eine Option.“ Doch wenn man noch ein paar Jahre gewartet hätte, wäre die Gemeinde vielleicht nicht mehr in der Lage gewesen – weil die Energie oder das Geld nicht mehr aufzubringen gewesen wären. Doch soweit musste es nicht kommen. St. Jürgen darf wieder glänzen.

 

Der Förderverein zur Erhaltung der St.-Jürgen-Kirche sammelt weiter Spenden auf diesem Konto:

IBAN: DE76217500000164429276;

BIC: NOLADE21NOS bei der Nospa

 

zur Startseite

von
erstellt am 10.Mär.2015 | 11:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen