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Neues Gewand für Kayser’s Hof : Spurensuche auf historischem Terrain

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Bauherren und Betreiber des neuen Hotels an der Schiffbrücke suchen einen Namen. Der Flensburg-Experte Dieter Pust erstellt eine Chronologie.

Flensburg | Das Gebäude, das für den einen der „Kayser’s Hof“, für den anderen das „Sunny“ ist, bekommt ein Korsett aus Stahl. Das Parkdeck dahinter hat immerhin schon eine Sohle, und der Neubau in der Baulücke das erste Obergeschoss erreicht. Keine Frage: An der Schiffbrücke geht es voran. Auch wenn das Hotel erst in einem Jahr eröffnet wird, läuft die Planung dafür schon auf Hochtouren. Wichtigste Frage: Wie soll das Hotel heißen?

Nun könnte man direkt antworten: „Es hat doch schon einen Namen: Kayser’s Hof“. So hieß in der Tat das Hotel, das die Familie Kayser hier am 1. Mai 1853 eröffnete. Später ging Flensburgs Jugend hier in der Discothek „Sunny“ tanzen, zuletzt diente das dreigeschossige Gebäude dem horizontalen Gewerbe („Eros-Center“). Doch das geplante Hotel reicht weit über das Haus Schiffbrücke 32 hinaus. „Wir haben schon viel über den Namen diskutiert“, sagt Hanna Höft, Projektleiterin des Bauvorhabens. Dabei habe es durchaus starke Fürsprecher für die Beibehaltung des historischen Namens gegeben, jedoch auch gewichtige Stimmen für einen neuen. Mit der Familie Kayser wird das neue Hotel nichts zu tun haben. Während in Flensburg die meisten Menschen etwas mit den Namen anfangen können, gelte dies nicht für Besucher von außerhalb. Die könnten angesichts des traditionellen Klangs eher einen falschen Eindruck vom Hotel bekommen.

„Wir fragen deshalb die Flensburger nach ihren Ideen“, so Hanna Höft: „Welchen Namen würden sie dem Hotel geben?“ Die Bauherren hoffen auf zahlreiche Zuschriften per Mail an hotelname@hoeft-bauunternehmen.de oder per Post an Höft Bauunternehmen, Betr.: Hotelname, Langberger Weg 19, 24941 Flensburg. Einsendeschluss ist der 20. November. Anschließend werden die Bauherren eine kleine Jury bilden, die Einsendungen sichten und sich schließlich für einen Namen entscheiden. Der Gewinner bekommt als Preis eine Übernachtung für zwei Personen in dem neuen Hotel. Unter allen anderen Einsendern werden drei weitere Preise in Zusammenhang mit dem Hotel verlost.

Außerdem sind die künftigen Hoteliers auf der Suche nach Fund- und Erinnerungsstücken aus alten Zeiten: „Wir suchen Türschilder, Lampen, Griffe, Einrichtungsgegenstände – alles, was mit früheren Nutzungen in den Häusern Schiffbrücke 32 bis 36 und Herrenstall 8 bis 10 zu tun hat“, so Höft. In den Häusern habe es einen Weinhändler und eine Arztpraxis gegeben, sogar eine adlige Familie habe hier gewohnt. Der Stadthistoriker Dieter Pust sei dabei, eine genaue Chronologie der Nutzungen zu recherchieren und aufzustellen. Die ältesten Aufzeichnungen zum Haus Nr. 34 gehen auf das Jahr 1436 zurück. Auch habe man Kontakt zu einem Nachkommen der Familie Kayser aufgenommen, den man in Schweden aufgespürt habe.

 

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erstellt am 16.Okt.2015 | 14:30 Uhr

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