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Einsatz bei Famila : Spray-Attacke: Ladendieb flüchtet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Großeinsatz im Supermarkt: 15 Menschen wurden nach einem Pfefferspray-Angriff verletzt. Nur wenige Stunden später rücken Einsatzkräfte erneut aus - ein Mitarbeiter eines Second-Hand-Kaufhauses erlitt einen Hustenanfall.

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2015 | 08:30 Uhr

Flensburg | Ein Ladendieb, der sich von einem Detektiv nicht festnehmen lassen wollte, hat gestern einen Großeinsatz in einem Flensburger Einkaufszentrum ausgelöst. Bei einer Pfefferspray-Attacke des Mannes sind insgesamt 15 Menschen verletzt worden. Acht von ihnen wurden in ein Krankenhaus eingeliefert. Am Nachmittag gab es einen weiteren Vorfall in einem Second-Hand-Kaufhaus, bei dem ein Mitarbeiter einen Reizhusten-Anfall erlitt.

Wie die Polizei mitteilt, hatte der Kaufhausdetektiv kurz nach 11 Uhr einen Ladendieb im Kassenbereich des Lebensmittelmarktes gestellt, der das Geschäft ohne zu bezahlen verlassen wollte. Als er diesen aufhalten wollte, widersetzte sich der Dieb seiner Festnahme, zog eine Flasche Pfefferspray aus der Tasche und sprühte dieses dem Ladendetektiv direkt ins Gesicht. „Dabei handelte es sich um eine größere Menge des Reizmittels, die sich dann im gesamten Kassenbereich ausbreitete“, erklärt Feuerwehr-Einsatzleiter Sven Hansen. Umgehend wurden mehrere Rettungswagen, die Feuerwehr, der Niebüller Rettungshubschrauber sowie der leitende Notarzt alarmiert und der Supermarkt evakuiert.

Insgesamt waren sechs Rettungswagen im Einkaufszentrum am Schottweg vor Ort, um die 15 durch das Reizgas betroffenen Mitarbeiter und Kunden des Supermarktes zu behandeln. „Die Betroffenen klagten über Reizungen der Augen und der Atemwege“, erzählt Feuerwehr-Zugführer Arno Lenger. Acht der verletzten Personen mussten zur weiteren Behandlung in eine Klinik eingeliefert werden. Lenger zufolge betraten die Einsatzkräfte der Feuerwehr unter Atemschutz den Supermarkt und nahmen Messungen der Luft vor. Dabei konnte jedoch keine erhöhte Konzentration von Gefahrstoffen festgestellt werden.

Die Einsatzkräfte lüfteten danach die Geschäftsräume mit der hauseigenen Anlage durch. Gegen 12.30 Uhr konnte der Supermarkt seine Türen wieder für den Kundenverkehr öffnen.

Dem Ladendieb gelang nach seinem Pfefferspray-Angriff die Flucht aus dem Einkaufszentrum. Er konnte bislang unerkannt entkommen. Die Polizei berichtet, dass der Täter gestern nicht gefasst werden konnte und dass die Beamten weiter nach ihm fahnden.

Gegen 15.30 Uhr ging in der Leitstelle ein Notruf ein, bei dem Mitarbeiter eines Second-Hand-Kaufhauses bei einem Kollegen Atemwegsreizungen meldeten. Die Einsatzkräfte rückten sofort in die Steinstraße aus und kümmerten sich dort um den betroffenen Mann. Nach ersten Erkenntnissen war der Mitarbeiter mit der Sortierung von gebrauchter Kleidung beschäftigt. Er hatte gerade einen Sack mit Kleidungsstücken geöffnet, als die Beschwerden eintraten. Die Feuerwehr vermutet, dass sich in dem Beutel entweder verdorbene Abfälle oder verschmutzte Kleidung befand, die den Geruch ausgelöst hatte. Das Gebäude wurde belüftet, bis der Geruch verschwunden war.



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