CEO-Fraud-Masche : Sportvereine in Flensburg und Umgebung im Visier von Betrügern

Angebliche Geschäftsführer bitten um Vereinsgelder. Ein Sportverein überwies 4000 Euro nach Spanien.

shz.de von
12. April 2018, 11:16 Uhr

Flensburg | Das Geld bei Vereinen ist häufig knapp bemessen. Wenn diese dann auch noch auf Betrüger hereinfallen, ist es umso ärgerlicher. Doch wie die Polizei am Donnerstag mitteilt, ist das in Flensburg und Umgebung seit einigen Tagen der Fall. Die Polizei bittet Betroffene sich zu melden.

Mitarbeiter von mehreren Vereinen haben E-Mails erhalten mit der Bitte, Vereinsgelder zu überweisen. Die Absender gaben sich dabei als Vorsitzende oder Geschäftsführer der Vereine aus. Die Anschreiben waren so gut gemacht, dass Mitarbeiter und Schatzmeister darauf reinfielen, heißt es in einem Polizeibericht.

Die aktuellen Fälle: Das Geld soll laut Polizei auf das Konto einer spanischen Bank überwiesen werden. In einem Fall konnten die bereits überwiesenen 4000 Euro nicht mehr zurückgeholt werden. In einem weiteren wurde der Betrug rechtzeitig bemerkt und das Geld gerettet.

Diese Masche ist nicht neu

Die Masche namens CEO Fraud war bereits in der Vergangenheit in Flensburg immer wieder erfolgreich. In erster Linie werden größere Unternehmen damit konfrontiert. Nun sind auch kleinere Firmen und zudem auch örtliche Sportvereine betroffen. Das Kommissariat 8 der Bezirkskriminalinspektion hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet darum, dass sich Betroffene unter der Telefonnummer 0461-4840 melden.

Was ist CEO Fraud?

Die Polizei erklärt was hinter der Masche CEO Fraud steckt:

„Die Täter kontaktieren Unternehmen, Organisationen und Vereine und versuchen so Überweisungen von Geldbeträgen zu veranlassen. Die Täter verschaffen sich dabei keinen Zugriff auf die Computer der Firmen, sie werden nicht gehackt und auch nicht ausgespäht“, erklärt die Polizei.

Diese Masche sei persönlich: Ausgewählte Mitarbeiter erhalten eine vertraulich wirkende E-Mail von einem ihnen (persönlich) bekannten hochrangigen Firmenchef, gewissermaßen dem Geschäftsführer. Dieser schildert eine Firmennotlage, eine Übernahme, notwendige Investitionen und andere „geheime“ Informationen. Damit sollen die angeschriebenen Mitarbeiter verleitet werden, Geldtransaktionen vorzunehmen.

Die E-Mails seien oft so gut gemacht, dass der Eindruck entsteht, der Chef persönlich hat geschrieben (CEO: Chief Executive Officer / Fraud: Betrug), so die Polizei. Im Falle von kleineren Organisationen und Vereinen sei der Grund nicht ganz so spektakulär, sondern auf die jeweilige Vereinsstruktur angepasst.

So können sich Firmen und Vereine schützen

Die Polizei gibt folgende Tipps, um sich vor solchen Betrugsmaschen zu schützen:

  • Es sollte darauf geachtet werden, welche Informationen veröffentlicht werden.
  • Es sollten klare Abwesenheitsregelungen eingerichtet werden.
  • Interne Kontrollmechanismen sollten eingeführt werden (z.B. Kennwörter).
  • Bei ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen sollte misstrauisch reagiert werden.
  • Die Mitarbeiter sollten für das Betrugsphänomen CEO Fraud sensibilisiert werden.
  • Auf persönlichen Daten, die in sozialen Netzwerken preisgegeben werden, sollte geachtet werden. Denn potentielle Täter könnten diese nutzen.
 

Zuletzt berichtete die Polizei, dass mehrere große Unternehmen mit dem Versuch kontaktiert wurden, hohe Geldbeträge zu überweisen. Die Schäden sind immens: Im Jahr 2016 gab es in Schleswig-Holstein zwar nur sechs registrierte Fälle, die Schadenshöhe lag jedoch bei über 500.000 Euro.

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