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Bürgerbeteiligung : Spitzen-Ideen für den Harniskai

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

78 Vorschläge für eine Zwischennutzung auf dem Areal der „Luftschlossfabrik“ / Ausstellung mit 35 Ideenskizzen im Rathaus

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2016 | 07:31 Uhr

Jahrmarkt, Messen, Eisbahn, Freibad, Parkplätze. Spielplatz, Himmelsschaukel, Kulturhaus, Kletterturm, Gaststätte. Die Bürger haben sich reichlich Gedanken gemacht, was man auf der frei geräumten Harniskaispitze alles veranstalten könnte. Insgesamt seien 78 Vorschläge eingelaufen, berichtete Oberbürgermeister Simon Faber am Montag bei der Eröffnung einer kleinen Ausstellung mit 35 kreativen Ideen für den Hektar Land in exponierter Lage.

Es geht um eine Zwischennutzung, nicht um eine dauerhafte Bebauung. Bis die Stadt weiß, was mit dem gesamten Hafen-Ostufer vom Werftkontor bis zur Harniskaispitze geschehen soll, dürften noch ein paar Jahre ins Land gehen. Nachdem die Stadt das einst gewerblich genutzte Areal im Februar zwangsgeräumt hat, soll möglichst schnell eine neue, aber befristete Nutzung her.

Dabei gibt es von vornherein Beschränkungen. Auch wenn die Fläche derzeit öd und leer ist, bleibt sie laut Flächennutzungsplan Gewerbegebiet, und in einem solchen sind Wohnen, Einzelhandel und Landwirtschaft nicht erlaubt. Schlechte Karten also für Camping- und Wohnmobilplatz, für Kinder-Bauernhof und Einkaufszentrum. Wohnmobile dürften auf einem normalen Parkplatz für eine Nacht stehen, der auch unter den Vorschlägen zu finden war.

„Es muss nicht nur ein Vorschlag sein, den wir am Ende umsetzen“, sagte Faber, „womöglich lässt sich das eine mit dem anderen kombinieren.“ Keiner der Vorschläge benötige die gesamte Flächen von 10.000 Quadratmetern, erklärte Stefanie Hagen, die das Projekt für die Flensburger Gesellschaft für Stadterneuerung (FGS) betreut. Die meisten Ideen beziehen sich auf eine Nutzung unter freiem Himmel und sind deshalb nur bedingt ganzjährig möglich.

Ungeklärt bleibt bislang die Frage der Finanzierung. Zwar gibt es auch Vorschläge gewerblicher Anbieter, die mit ihrem Projekt – zum Beispiel im gastronomischen Bereich – Einnahmen erzielen und zuvor investieren wollen. Doch die meisten Vorschläge, die von Bürgern kommen, machen keine Aussagen zu den Kosten und zur Frage, wer das Ganze bezahlt. Immerhin geht es in einem Fall um geschätzte Kosten von zwei Millionen Euro für ein Kulturhaus. Beim Vorschlag Freibad blieb die Kostenfrage vorsichtshalber offen. Womöglich haben aber auch einige Ideengeber eher an eine langfristige Nutzung gedacht.

Viele Vorschläge beziehen sich auf den Themenkomplex Park, Spielplatz, Erlebnis, Erholen und Verweilen. Vermutlich muss eine Grund-Infrastruktur geschaffen werden mit Wasser und Abwasser sowie Strom und öffentlichen Toiletten. Geklärt werden müsse auch, so Stefanie Hagen, wer die einmal gestalteten Anlagen pflegt und in Ordnung hält.

Am 17. Mai werden die Vorschläge in einer öffentlichen Veranstaltung näher erklärt; dann sollen auch einzelne Ideengeber dabei sein und ihre Projekte erläutern. Die Stadterneuerer werden dann dem Umwelt- und Planungsausschuss einen konkreten Vorschlag für die Umsetzung unterbreiten; hierüber soll spätestens am 31. Mai entscheiden werden, sodass die Zwischennutzung pünktlich am 1. August starten kann.

Unabhängig hiervon hat der Ausschuss grundsätzlich einer kurzfristigen Nutzung des Areals während der Fußball-Europameisterschaft zugestimmt. So sollen die Spiele der deutschen Mannschaft Open Air auf einer großen LED-Wand übertragen werden. Das sind mindestens drei und höchstens sieben Public-Viewing-Veranstaltungen.

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