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Langballig/Niesgrau/maasholm : Spektakuläre Rettungsübungen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Beim Tag der Seenotretter führten die Einsatzkräfte in Langballigau, Gelting-Mole und Maasholm ihr Können vor.

Langballig | Wer von den vielen Hundert Besuchern gedacht hatte, dass er in der ersten Reihe die besten Plätze hätte, um das Spektakel beim Tag der Seenotretter in Maasholm gestern hautnah zu erleben, wurde nur nass. Der Hubschrauber, der aus Nordholz gekommen war, peitschte die Schlei derart auf, dass das Aufwinschen derjenigen, die „über Bord“ gegangen waren, teilweise nur schemenhaft zu sehen war. Dennoch war diese Übung der Seenotretter mit dem Hubschrauber ein Hingucker.

Die Haupt- und Ehrenamtlichen der Seenotrettungsstation demonstrierten einmal mehr ihr Können, wissend, dass das in dieser Form das letzte Mal gewesen sein dürfte. Denn seit gut einem Jahr steht laut Beschluss der Bremer Geschäftsführung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) fest, dass die Hauptamtlichen und mit ihnen der Seenotrettungskreuzer „Nis Randers“ Maasholm verlassen werden. Die Crew mit Vormann Dirk Höper wird nach Olpenitz verlegt und erhält dort einen neuen Kreuzer.

Die „Nis Randers“, die seit 1990 in Maasholmer Diensten steht, wird außer Dienst gestellt. „Der Abzug der Hauptamtlichen aus Maasholm bedeutet einen tiefen Einschnitt in die 100-jährige DGzRS-Tradition von Maasholm“, sagte Vormann Höper. Zwar bleibe die Station als solche erhalten, doch nur für die Freiwilligen-Crew mit Vormann Steffen Ottsen und dem Rettungsboot „Wuppertal“.

Dessen ungeachtet verlief der gestrige Tag der Seenotretter wie gewohnt – mit Rettungsübungen und Kurzweil, mit Shantychor, Feuerwehr und Rettungsdienst für die vielen großen und kleinen Besucher. Wie immer konnte auf dem Rettungskreuzer ebenso mitgefahren werden wie auch auf den Rettungsbooten „Wuppertal“ und „Karl van Well“ aus Damp.


Abschiedsvorstellung


Im Sportboothafen von Gelting-Mole richteten sich gestern Nachmittag die Blicke der Besucher auf das Seenotrettungsboot „Jens Füerschipp“. Verbunden damit war auch Wehmut bei der Crew der Freiwilligen: Denn das 8,28 Meter lange und 3,10 Meter breite Boot, das 18 Knoten mit seinem 220-PS Dieselmotor schafft, ist in die Jahre gekommen. Nach einem Vierteljahrhundert im Einsatz auf der Geltinger Bucht und in der Flensburger Außenförde wird es 2018 außer Dienst gestellt. So war es gestern eine Art Abschiedsvorstellung, als die Crew etliche Gäste an Bord nahm und die technischen Details erläuterte. „Die Station Gelting-Mole erhält im nächsten Jahr ein neues und um 1,50 Meter längeres Boot“, kündigte Rettungsmann Carsten Henningsen an.


Wasserballett in Langballigau


In Langballigau begann der Tag der Seenotretter mit einem Hafengottesdienst, bei dem mit Nele Tilda Lund und Enni Tilda Bohn zwei Kinder aus örtlichen Seenotretter-Familien getauft wurden. Nachdem gegen Mittag der Salondampfer „Alexandra“ aus Flensburg eingelaufen war, begann das Nachmittagsprogramm mit einem Auftritt des Shanty-Chors „Die Ellunder Nordlichter“. Der vorgesehene Höhepunkt der Veranstaltung, eine Übung mit einem dänischen Rettungshubschrauber, musste wegen eines Notfalleinsatzes ausfallen.

Gleichwohl gab es nach der Verabschiedung der „Alexandra“ unmittelbar vor der Seebrücke einige Vorführungen: Im Wasser schwimmend, brachten sich Jann-Tjark Marbach und Felix Müller von der DLRG-Station in einer sich selbst entfaltenden Rettungsinsel in Sicherheit. Das Seenotrettungsboot „Werner Kuntze“ und das Schlauchboot der „Speditören“ bargen jeweils eine Person aus dem Wasser.

Zum Schluss gab es für die zahlreichen Zuschauer an Land und auf der Seebrücke ein Wasserballett. Dabei „tanzten“ die beiden kleinen Boote durch die die Wellen, die die „Werner Kuntze“ hervorgerufen hatte.



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