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Flensburger Tageblatt

15. Dezember 2017 | 15:50 Uhr

Handewitt : Spatenstich für Strom-Drehscheibe

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bei Hüllerup entsteht bis 2020 eines der größten Umspannwerke Schleswig-Holsteins – es verteilt Elektrizität zwischen Hamburg und Dänemark.

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2017 | 13:50 Uhr

Es war nur ein kleiner Spatenstich, den Tennet-Vertreter Dirk Jonassen und Bürgermeister Thomas Rasmussen vornahmen – für ein gigantisches Vorhaben, das die Teilnehmer des offiziellen Baubeginns mit großen Worten als „stolzes Ereignis“ oder „bedeutender Baustein der Energiewende“ bezeichneten: Die deutsche Tochter des niederländischen Netzbetreibers „Tennet“ will westlich des Handewitter Ortsteils Hüllerup binnen zweieinhalb Jahren eines der beiden größten Umspannwerke Schleswig-Holsteins – das andere entsteht bei Wilster – errichten. Es wird 14 Hektar umfassen, eine Fläche, die Platz für rund 28 Fußballfelder bietet. Diese Umspannwerk ist ein Teil der „Mittelachse“. Ab Herbst 2020 soll der Windstrom auf der 380-Kilovolt-Trasse zwischen Hamburg und Dänemark fließen.

„Wir sind froh, dass wir auf Akzeptanz stoßen und die Notwendigkeit der Baumaßnahmen verstanden wird“, sagt Mittelachsen-Gesamtprojektleiter Dirk Jonassen. „Auch in Handewitt gab es eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Bevölkerung.“

Bürgermeister Thomas Rasmussen macht kein Hehl daraus, dass auf der Geest das angekündigte Umspannwerk nicht überall Begeisterung ausgelöst hat: „Es kommen ja nicht nur ein paar Transformatoren und einige Stahlbauteile, sondern ein Bauwerk, dass die Landschaft und das Wohnumfeld der Menschen verändern wird.“ Die allgemeine Zustimmung zur Energiewende und zum Atomausstieg hätte aber einen sachlichen Umgang gefördert, so der Verwaltungschef. Zudem hat die Kommune einige Wünsche erfüllt bekommen wie eine Begrünung über die „normalen Erfordernisse“, so Rasmussen, hinaus und den Verzicht auf eine Beleuchtung während des Betriebs.

Westlich von Hüllerup rollen erste Baumaschinen bereits seit Mitte September, um eine Zufahrt zur Umspannwerk-Baustelle zu schaffen und Mutterboden zu verschieben. Nun sollen Bau-Container aufgestellt werden. Das Gesamtprojekt wurde in zwei Teilbereichen aufgeteilt: Mit dem Fundament und dem Bau des Betriebsgebäudes soll Anfang nächsten Jahres begonnen werden. Insgesamt vier Transformatoren mit einem Gewicht von rund 300 Tonnen sollen in die riesige Schaltzentrale integriert werden. Dafür sind zwei nächtliche Schwertransporte eingeplant. Zwei Generalunternehmer wurden mit dem Bau beauftragt. Einige Teilgewerke sollen an Firmen aus der Region vergeben werden. So wurde ein Medelbyer Tiefbauunternehmen mit der Schaffung von Graben und Schutzwall beauftragt.

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