Schneechaos : Spaß und Stau im Flensburger Winter

Mit Papa Schlitten fahren – im Volkspark wars möglich. Ebenso im Christiansenpark, wo heiße Schnellballschlachten ausgetragen wurden. Foto: Euler
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Mit Papa Schlitten fahren – im Volkspark wars möglich. Ebenso im Christiansenpark, wo heiße Schnellballschlachten ausgetragen wurden. Foto: Euler

Viele Unfälle ereigneten sich mit Wintereinbruch; zum Glück gab es vor allem Blechschäden. Ein Fahrer jedoch wurde verletzt ins Krankenhaus eingeliefert.

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18. Dezember 2009, 11:52 Uhr

Flensburg | Spätestens seit gestern Morgen hat der Winter Flensburg fest im Griff. Bis in den Nachmittag hinein herrschte zum Teil dichtes Schneetreiben, das in einigen Stadtteilen zu Schneeverwehungen führte. Weiße Hauben schmückten schon in aller Frühe die Autos, innerhalb von nur zwei Stunden fielen rund 20 Zentimeter Schnee.

Der Verkehr kam nur im Schleichtempo voran - wenn überhaupt. In der Innenstadt ging am frühen Nachmittag nichts mehr, weil an der Schützenkuhle der Schwerlastverkehr an der Steigung scheiterte und nicht überholt werden konnte. Kleinbusse und Autos kraxelten mit Mühe die Kappelner Straße hoch; ein Lieferwagen rutschte auch ohne Rückwärtsgang sogar meterweit entgegen der Fahrtrichtung zurück und hatte Glück, dass die Nachfolger ausreichend Abstand hielten. Besonders Fahrzeuge mit Heckantrieb hatten es schwer. Und immer noch trieb der starke Wind den Schnee waagrecht durch die Straßen.

Schon in den Abendstunden des Mittwochs war ein Lieferfahrzeug eines Speiseservice im Osten der Stadt ins Rutschen geraten und gegen eine Straßenlaterne geprallt. Der Fahrer wurde ins Krankenhaus eingeliefert, am Auto entstand Totalschaden. Als Unfallgrund nannte ein Polizeivertreter "nicht angepasste Geschwindigkeit bei den herrschenden Witterungsverhältnissen".
Fahrzeuge mit Sommerreifen verlangsamen den Verkehr
Für viele Autofahrer endete der Weg zur Arbeit bereits nach wenigen Metern im Straßengraben. "Sie haben sich noch nicht auf die winterlichen Verkehrsverhältnisse eingestellt, auch sind nicht alle Fahrzeuge mit Winterreifen ausgerüstet. Dadurch kommt es natürlich zu Verkehrsbehinderungen, weil die Autofahrer entsprechend langsamer fahren", attestiert eine Polizeibeamtin an einer Unfallstelle am Morgen.

Ein ganz anderes Bild herrschte am Suppenstand der Bundeswehr an der Nikolaistraße. Nur wenige Hungrige fanden Weg hierher, das Schneegestöber hielt viele Menschen ab. "Irgendwie scheint der Schnee aus allen Richtungen gleichzeitig zu kommen", mutmaßte ein Passant. In regelmäßigen Abständen mussten die Soldaten die Sonnenschirme kräftig schütteln, damit sie nicht unter der Last der Schneemassen einknickten. Der Zob präsentierte sich zwischenzeitlich komplett weiß.

Viele Schüler verspäteten sich auf Grund der Wetterlage, einige aus dem Kreisgebiet fuhren zur Sicherheit gar nicht erst los. Die Fridtjof-Nansen-Schule schickte ihre Schüler vorzeitig nach Hause, damit sie die Anschlussbusse am Zob nicht verpassten. Wer konnte und wollte, nutzte die Schneedecke für erste Rodelpartien an den zahlreichen Hängen der Stadt. Auch die ersten Schneeballschlachten des Jahres wurden ausgefochten.

Das Technische Betriebszentrum (TBZ) war seit etwa 5 Uhr mit Räumfahrzeugen im Einsatz. Dennoch war von vielen Autofahrern Kritik zu hören, dass nicht ausreichend geräumt worden sei. Dabei wurde vor allem bemängelt, dass am Mittwochabend, als das Winterwetter bereits eingesetzt hatte, offenbar gar nicht geräumt wurde. In der TBZ-Zentrale an der Schleswiger Straße war gestern jedoch niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Laut regionaler Wettervorhersage bleibt das Wetter bis zum Dienstag relativ unverändert. Das Thermometer klettert in den nächsten Tagen nicht über 0 Grad, so dass der Schnee erst einmal liegen bleiben dürfte. In den Nächten wird es bitterkalt - bis zu zehn Grad minus meldet der Wetterdienst. Leichte Erwärmung ist danach angesagt. Dennoch stehen die Chancen für eine weiße Weihnacht, so die Wetterfrösche, gar nicht so schlecht.

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