Winter in Flensburg : Spaß im Schnee, Stress auf der Straße

<strong>Radelnd auf der Rude:</strong> Ein Radfahrer kämpft sich  durch das Schneetreiben.  Foto: sörensen
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Radelnd auf der Rude: Ein Radfahrer kämpft sich durch das Schneetreiben. Foto: sörensen

Während Rodler die Pisten im Volkspark und anderswo nutzten, macht das Technische Betriebszentrum Extraschichten – und leert diese Woche alle Mülltonnen.

shz.de von
05. Januar 2010, 11:09 Uhr

Flensburg | Zehn Zentimeter Neuschnee über Nacht, Temperaturen zum Teil deutlich unter dem Gefrierpunkt, und immer wieder kam neuer Schnee vom Himmel - beste Voraussetzungen für einen Ausflug mit dem Schlitten. Auch Mai-Britt Richter (9) wollte gestern raus in die weiße Pracht. Einen Spaziergang hatte sie geplant - und blieb dann doch am "Tomatenberg" im Volkspark. Der sei viel höher als der Hügel auf ihrem Spielplatz, erklärte die Flensburgerin, die gestern ihre "Tomatenberg"-Premiere feierte. "Da wird man richtig schnell", fügte sie stolz hinzu. Angst, mit dem Schlitten umzukippen, hatte die Neunjährige nicht. Warum auch? Der Schnee sei schließlich weich.

So wie Mai-Britt verschlug es gestern viele Kinder mit ihren Eltern und Großeltern auf den "Tomatenberg", um noch einmal im Schnee Spaß zu haben, bevor am Donnerstag nach den Weihnachtsferien die Schule wieder beginnt und Lernen angesagt ist.

Das wollte auch Julian Engel noch einmal ausnutzen. Der Zehnjährige aus Wanderup hatte seinen Vater besucht und nutzte seinen Flensburg-Aufenthalt gleichzeitig für ein wenig Wintersport. Mit seinem Teller-Schlitten stürzte er sich die Hänge herunter und hatte mächtig Spaß. Besonders gefiel ihm, dass er auf dem "Tomatenberg" "so richtig schnell" wurde und ihm der Schnee dabei um die Ohren flog.
Enge Straßen kaum passierbar für Müllfahrzeuge
Keine Zeit zum Rodeln und Eislaufen haben dagegen die Männer vom Technischen Betriebszentrum (TBZ), für die das Jahr mit viel Arbeit beginnt. Nicht nur, dass die Räumdienste im Dauereinsatz sind: Auch die Müllabfuhr muss Extraschichten fahren, weil in dieser Woche alle Bezirke dran sind. "Das liegt daran, dass zwei ungerade Wochen aufeinander folgen", erläutert TBZ-Sprecher Thomas Russ. Der 53. Kalenderwoche des alten folgt die erste des neuen Jahres. Damit die Bezirke, die nur in geraden Wochen an der Reihe sind, nicht zwei Wochen ohne Leerung bleiben, werden in dieser Woche alle Bezirke geleert, in der kommenden Woche wieder nur die der geraden Wochen.

Und jetzt kommt der Schnee ins Spiel. Einige kleinere, engere Straßen seien aufgrund der Schneelage für die Müllfahrzeuge derzeit nicht sicher befahrbar, sagt Russ. Das führt dazu, dass gestern einige Tonnen nicht geleert wurden. Aufgrund der Doppelbelastung in dieser Woche können sie auch nicht später geleert werden. "Wir bitten die betroffenen Bürger, Müllsäcke zu benutzen, falls die Tonnen voll sind", so Russ. Sie würden bei der nächsten regulären Leerung mitgenommen. "Da sind wir dann kulant."

Ob die Stadt diese Kulanz auch bei der Verletzung der Räumpflicht walten lässt? Darauf sollte man besser nicht wetten. Auch wenn man morgens vor Beginn der Hauptverkehrszeit - also 7 Uhr - geräumt hat, muss man, falls es wie gestern einfach weiterschneit, den Gehweg vor seinem Haus freihalten - bis 20 Uhr. Das Argument "Ich musste zur Arbeit" zählt nicht, die Räumpflicht gilt auch dann. Allerdings sieht die Stadt den Schwerpunkt beim Räumen morgens und abends, sagt Thomas Russ.

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