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Neubau Jugendaufbauwerk : Spaß an der Leistung im neuen Domizil

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neubau des Jugendaufbauwerks (JAW) gestern eingeweiht / Tag der offenen Tür zog viele Besucher an die Eckenerstraße

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2014 | 09:00 Uhr

In der Metallwerkstatt fliegen nicht nur die Späne – es blüht Kreativität. Die hier arbeitenden Jugendlichen haben eine Bowling-Rampe für Rollstuhlfahrer entwickelt – von der Skizze bis hin zum endgültigen Produkt. Bis jetzt existiert nur ein Prototyp en miniature, doch schon bald soll die Innovation in einem Flensburger Wohnheim für Behinderte zum Einsatz kommen.

Gestern Morgen wurde das neue Gebäude des Jugendaufbauwerks an der Eckenerstraße, wo ehemals Motorola produzierte, vor vielen geladenen Gästen offiziell eingeweiht – ab mittags öffneten sich die Türen für Besucher. Vier Millionen Euro wurden in den Neubau gesteckt, der die bisherigen Standorte Apenrader Straße, Fahrensodde und Dammhof auf 3000 Quadratmetern unter einem Dach vereint. 2,6 Millionen Euro steuerte das Land bei. „Das zeigt die Bedeutung, die wir der Einrichtung beimessen“, betonte Staatssekretär Ralph Müller-Beck. Der Übergang von der Schule zum Beruf, vom Elternhaus ins Arbeitsleben sei eine wichtige Schnittstelle, die kompetent begleitet werden müsse. „Es braucht Orientierung, um selbstverantwortlich zu leben“, sagte der Politiker. Und an die Leiterin Ines Neumann gewandt: „Ich habe großen Respekt vor Ihrer Arbeit unter schwierigen Bedingungen.“

Sein Versprechen, das JAW mit der Produktionsschule als Herzstück in den nächsten sieben Jahren finanziell zu unterstützen, stieß auf sichtbare Erleichterung bei Fachbereichsleiter Horst Bendixen. Er freue sich, dass „nach so vielen Anläufen eine langfristige Sicherung“ des neuen Standorts gewährleistet sei. Präventionsarbeit in einem so wichtigen sozialen Bereich sei unverzichtbar.

Oberbürgermeister Simon Faber würdigte den Neubau, er zeichne sich durch zeitgemäße Ausstattung, offene Raumgestaltung und somit Transparenz zwischen verschiedenen Arbeitsbereichen aus. Und es herrsche der Leitgedanke: Lernen durch Arbeiten. Seine Erkenntnis: „Spaß an der Leistung kann motivierend sein.“

Spaß war den Jugendlichen auch in der Backstube anzumerken. Dort wurden Mandelhörnchen und diverse Brotsorten gefertigt, die am Nachmittag viele Abnehmer fanden. Ansonsten wird unter Anleitung von Bäckermeister Carsten Bach für den internen Bedarf produziert und auf Zuruf das Rathaus beliefert.

Auch nebenan duftete es verführerisch. In der Lehrküche entstanden Köstlichkeiten für den Tag der offenen Tür. Azubis und Produktionsschüler arbeiten hier mit Küchenchef Thorsten Unglaube Hand in Hand. Der gibt das Motto vor: „Wir vermitteln, dass man nicht nur alles beim Discounter kaufen muss, sondern mit frischen und gesunden Produkten aus der Region leckere Gerichte herstellen kann.“ Er bildet zum Beikoch aus, wer Talent hat, macht eine Vollausbildung.

Heilpädagogin Claudia Frohlof führte eine Gruppe durchs die weitläufig angelegten Räume. Ihre Botschaft: „Ein besseres Haus kann man sich nicht wünschen.“ Das sieht der OB genauso. Er erwarb zum Abschluss ein Rosinenbrot. „Damit“, sagte er im Weggehen, „werde ich mal das Vorzimmer beglücken.“

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