Comenius-Schule Flensburg : Spannende Kanu-Mission: Ran an den Stamm!

Stolzes Team mit Einbaum: Die Klasse 6a der Comenius-Schule mit ihren Lehrern Julia Nielsen(2.v.li.) und Dirk Höhle (re.) sowie Projektleiter Johannes Caspersen (knieend vorn).
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Stolzes Team mit Einbaum: Die Klasse 6a der Comenius-Schule mit ihren Lehrern Julia Nielsen(2.v.li.) und Dirk Höhle (re.) sowie Projektleiter Johannes Caspersen (knieend vorn).

Kunst, Geschichte, Technik, Natur: Projekt an der Comenius-Schule nach einem Jahr zum Abschluss gebracht

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23. Juni 2017, 06:22 Uhr

Eine Pappel musste leider dran glauben – doch aus ihr wurde etwas ganz Besonderes. Die Klasse 6a der Comenius-Schule zauberte daraus mit ihrem Projektleiter Johannes Caspersen ein bunt bemaltes Kanu, das nun neben einem Kirschlorbeer den Innenhof am Drosselweg 12 schmückt.

Die Aktion war eingebettet in Unterrichtselemente, die mit der heimischen Ostsee ebenso verknüpft waren wie mit der Südsee. So lernten die Kinder viel über die Traditionen und Bräuche der Maori, die ihren Niederschlag in der Arbeit fanden. Das Projekt war auf ein ganzes Jahr ausgelegt und wurde mit Begeisterung angenommen.

Zum Beispiel von Shona. Die 13-Jährige kann sich jetzt durchaus vorstellen, später beruflich etwas mit dem Werkstoff Holz zu tun zu haben – etwa als Tischlerin oder Bootsbauerin. „Sie ist sehr talentiert“, lobt Johannes Caspersen seinen Schützling. „Alles eine Frage der Technik“, meint Shona. Den Stamm mittels Holzhammer und Stecheisen auzuhöhlen, kann nämlich ganz schön anstrengend sein. Shona selbstbewusst: „Ich krieg so was hin!“

Das war im Mai letzten Jahres, als alles begann. „Eine herrliche Sonnenwoche am Ostseebad“, schwärmt Klassenlehrerin Julia Nielsen. „Richtiges Südsee-Feeling“, ergänzt ihr Kollege Dirk Höhle, der zusammen mit Caspersen und acht Schülern am vorgeformten Einbaum mit den Schnitzarbeiten beschäftigt war. „Die Schüler waren für diese Ausdauer erfordernde Tätigkeit unterschiedlich motiviert“, sagt Dirk Höhle augenzwinkernd. „Wir haben sie alle aus ganz anderer Perspektive als im normalen Unterricht kennengelernt.“ Die 12-jährige Eda sagt dazu: „Ist ja auch interessanter als Bruchrechnung.“ Am Kanuschuppen waren die Schüler zusammen mit Studenten der Europa-Universität im Rahmen des Ostsee-Labors aktiv: Paddeln, Feuer machen, Seesterne angeln – alle waren engagiert dabei.

Vor gut einer Woche stieg die Klasse in die finale Phase ein: Der drei Meter lange Einbaum hatte sein Gewicht durch die einjährige Trocknung von 250 auf 90 Kilogramm verringert. Die Form des Kanus wurde durch Schleifarbeiten nun weiter geglättet, zudem entstanden sechs Paddel. Davor waren Schablonen für die Bemalung hergestellt worden. Dabei ließen sich die kleinen Künstler von den Pazifikvölkern inspirieren – von Verzierungen, Mustern, Ornamenten. Die Symbole wurden aufgebracht – und man sprach über deren Bedeutung.

Drei zentrale Begriffe kristallisierten sich dabei heraus: Freundschaft, Zusammenhalt und Vielfalt. „Das war den Kindern am allerwichtigsten“, freut sich Julia Nielsen. Milena und Nazir (beide 12) gefiel, dass man viel an der frischen Luft war und man Werkzeuge wie Hohldechsel, Äxte oder Stichsäge ausprobieren durfte. Und auch Bildhauer Caspersen ist zufrieden. „Die Schule“, sagt er, „hat jetzt ein Schmuckstück, das Welten verbindet und mit seiner Zeichensprache Toleranz und Gemeinschaft vertritt.“

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