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Kuriose Jagd in Flensburg : SOS: Höckerschwan in Seenot

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Angelhaken im Fuß – Schnur im Gefieder: Polizei und Feuerwehr retten verletzten Höckerschwan im Flensburger Innenhafen

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2017 | 06:38 Uhr

Seit gestern gilt es auch für Flensburgs Schwäne: Die Polizei, dein Freund und Helfer! Ein verletzter Höckerschwan stand am späten Sonnabend im Zentrum einer kuriosen Verfolgungsjagd durch den Flensburger Innenhafen. Wasserschutzpolizei plus Tierrettung der Berufsfeuerwehr gaben unter reger Anteilnahme vieler Schaulustiger ihr Bestes, um den Großvogel einzufangen. Am Ende auch mit Erfolg – ein Glücksfall für den Schwan.

Ein aufmerksamer Bürger hatte gegen 18.45 Uhr Alarm geschlagen. Er hatte in Höhe des Museumshafens ein Schwanenpaar beobachtet, bei dem es offenbar nicht rund lief. Einer der beiden Vögel schien in seiner Bewegungsfreiheit ziemlich eingeschränkt zu sein. Der Alarmruf setzte Wasserschutzpolizei und Wasserrettungsstaffel der Berufsfeuerwehr in Marsch, die bei der Museumswerft ihr Schlauchboot zu Wasser ließ, die Kollegen vom Wasserschutz bemannten das Polizeiboot „Duburg“. Die Schwanenretter sahen schnell, woran es bei dem Jungtier buchstäblich hakte: Der Schwan hatte mit einem Fuß einen Angelhaken gefangen. Der stammte höchstwahrscheinlich von einem der vielen Angler, die momentan an der Hafenkante auf Heringsjagd gehen. In diesem Fall hatte einer der Petri-Jünger den falschen Fang gemacht und wohl die Leine gekappt. Das Problem zu erkennen war das Eine, es zu lösen das Andere. An Bord der betont vorsichtig operierenden „Duburg“ bemühten sich zwei Feuerwehrleute mit Schlinge und Netz vergeblich das Tier einzufangen. Der große Wasservogel spielte das Schwan- und Gerndarmspiel jedenfalls erfolgreicher als seine Retter und entkam den Keschern der Häscher ein ums andere Mal, die „Duburg“ war zu behäbig, um selbst dem gehandicapten Schwan zu folgen, sie wurde ein ums andere Mal ausmanöveriert.

Je länger die Verfolgungsjagd andauerte, desto größer wurde die Sorge, dass das verletzte Tier Schaden nehmen könnte. Erst nach zwei Stunden kamen die Tierretter zum Zuge. Wohl auch aufgrund seiner Erschöpfung ließ sich der junge Schwan in Höhe des Fischereihafens einfangen und an Bord nehmen. Dort konnten Feuerwehrleute und Polizisten den Schaden bei Licht betrachten. „Der Schwan hatte eine lange Angelschnur, die sich um die Flügel gewickelt hatte, der Haken hatte sich fest in den Fuß gebohrt“, berichtete Martin Mücker, Bootsführer auf der „Duburg“. So ging die Sache für das edle Wassertier noch einmal glimpflich aus. Mit Flachzange und Schere wurde der Vogel von der Schnur und dem tückischen fünfzackigen Haken befreit und behutsam gegen 21 Uhr wieder ins Wasser gesetzt. Die an der Jagd Beteiligten hatten zwar über zwei Stunden ihrer Zeit aufgewendet, dürften diesen nicht alltäglichen Einsatz aber mit einem zufriedenen Gefühl beendet haben. „Ohne menschliche Hilfe hätte er wohl nur geringe Überlebenschancen gehabt, sagte ein sichtlich erleichterter Feuerwehrmann am Abend. „Dieser Einsatz hat sich sehr gelohnt.“

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