Wohngebiet Groß-Tarup : Sorgen um die Schulweg-Sicherheit

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Künftige Bewohner haben mehrere Gefahrenpunkte ausgemacht und fordern eine Nachbesserung.

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05. Mai 2015, 08:00 Uhr

Flensburg | Ein Rest der ländlichen Idylle ist geblieben. Es ist grün hier draußen am südöstlichen Stadtrand, das Vogelgezwitscher ist meist lauter als der Verkehrslärm. Die frei gelegte Adelbybek ist eine Bereicherung im naturräumlichen Angebot. Das alles weiß Matthias Ronneberger, der heute schon mit seiner Familie in Tarup wohnt und im September hierher in das neue Viertel ziehen wird. Er hat zwei kleine Kinder, und er macht sich Sorgen um ihre Sicherheit, wenn sie erst hier wohnen und zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule, zum Sport oder zu Freunden fahren.

Ronneberger ist kein Träumer und auch kein Rebell; der bei den Stadtwerken beschäftigte Ingenieur kann einen Bebauungsplan lesen, und er hat auch mit Kollegen im Technischen Betriebszentrum über die aus seiner Sicht kritischen Punkte gesprochen. Doch jetzt wissen er und seine künftigen Nachbarn nicht weiter und suchen die Öffentlichkeit. „In absehbarer Zeit leben hier sicher 100 Kinder“, sagt er.

Punkt 1: Die Hochfelder Landstraße, im Planungsdeutsch K8 genannt, endet kurz hinter der Kreuzung mit dem Tastruper Weg und mündet in diesen in einer Linkskurve. Hier wird die Straße schlagartig sehr schmal. „Wenn hier Radfahrer unterwegs sind, Kinder zumal, wird es gefährlich“, mutmaßt Ronneberger. Das könne man schon jetzt gelegentlich beobachten, etwa wenn am Wochenende künftige Bewohner zu ihren Bauplätzen fahren. „Die Situation ist hier sehr unübersichtlich – für Autofahrer und für Radfahrer.“ Ronneberger schlägt hier Tempo 30 vor.

Punkt 2: Der Fuß- und Radweg verläuft – vom Wohngebiet aus gesehen – auf der gegenüberliegenden Seite. Das heißt, Schulkinder, die zur Grundschule Adelby wollen, müssen die Hochfelder Landstraße queren. „Wenn die erst fertig ist, wird hier richtig viel Verkehr sein.“ Sein Wunsch: Wie im Bebauungsplan in Aussicht gestellt eine Ampel. Wann die K8 weiter gebaut wird, steht in den Sternen. Hierfür braucht die Stadt Flächen, die in Privatbesitz sind. „Die Verhandlungen laufen noch“, so Stadtsprecher Thomas Kuchel.

Punkt 3: Das neue Baugebiet liegt derzeit außerhalb der geschlossenen Ortschaft, das Ortsschild steht kurz vor dem alten Dorfkern Tarups am Tastruper Weg. Die Konsequenz: Auf dem neuen Teil des Tastruper Wegs Richtung Tastrup gilt Tempo 100. „Und das wird hier auch gefahren“, hat Ronneberger beobachtet. Für ihn „ein Unding“, verläuft die Straße doch mitten durch das neue Baugebiet, das gerade am Wochenende schon oft bevölkert ist. Und täglich sind hier Tief- und Hochbauer unterwegs. Ronnebergers Lösung: Das Ortsschild an den südlichen Rand des Baugebiets verlegen.

Punkt 4: Die Stadt plant einen Fußweg am südlichen Rand des Baugebiets zur Ringstraße, als verkürzten Schulweg für Kinder aus dem südlichen und östlichen Teil des Gebiets. „Eigentlich eine gute Idee“, findet Ronneberger. Nur: „Der Weg soll weder ausgebaut noch beleuchtet werden. Das geht gar nicht.“ Im Winter wäre es morgens dort stockdunkel und wegen des Lärmschutzwalls von der Straße nicht einsehbar; nach längerem Regen wäre er zudem matschig und aufgeweicht.

Matthias Ronneberger und seine künftigen Nachbarn hoffen, dass die Stadt ein Einsehen hat und in der Verkehrsplanung für das neue, attraktive Baugebiet nachbessert.

Das ist keineswegs ausgeschlossen. Alle vier von Ronneberger vorgebrachten Punkte sind in der Stadtplanung bekannt, wie Stadtplaner Christian Hagge sagt. So sei die Bedarfsampel nach seinem Kenntnisstand geplant und werde kommen. Eine Beleuchtung des Gehwegs im Grünen werde es hingegen nicht geben, weil es mit dem Radweg an der K8 schon einen beleuchteten und befestigten Schulweg gebe. Der andere, der von den Bewohnern an die Stadt herangetragen worden sei, sei eine Option und ein zusätzliches Angebot.

Über die Verlegung des Ortsschilds werde nachgedacht, dies müsse allerdings in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Verkehr vorbereitet werden. Die Stadt könne nicht einfach ein Ortsschild verlegen. Und Tempo 30 auf dem nördlichen Tastruper Weg müsse mit der Verkehrsbehörde geklärt werden. Hier wollte Hagge keine definitive Aussage treffen.

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