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Suche nach Mitgliedern : Sorgen um den Seniorenbeirat

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der langjährige Vorsitzende Ekkehard Krüger will nicht erneut antreten. Ab 2018 findet die Wahl gemeinsam mit der Kommunalwahl statt.

Flensburg | Bei einem Gremium wie dem Seniorenbeirat von „Nachwuchssorgen“ zu sprechen, klingt etwas absurd. Tatsache jedoch ist, dass händeringend neue Mitglieder gesucht werden. Durch zwei Sterbefälle und andere Widrigkeiten ist der Beirat auf nur noch acht Personen dezimiert worden. Nachrücker sucht man vergeblich. Zudem will der langjährige Vorsitzende Ekkehard Krüger nicht erneut kandidieren. „Ich höre auf“, sagt der 75-Jährige kategorisch, „2000 Stunden im Jahr sind wie ein Fulltime-Job. Das kann und will ich nicht mehr leisten.“ Streitbar wie eh und je, fügt er hinzu, es sei zu schwierig geworden, mit der Verwaltung zusammenzuarbeiten. „Das geht mir alles zu langsam, dafür bin ich zu ungeduldig.“

Gleichwohl wirbt der engagierte Flensburger um „Nachwuchs“. Es sei wichtig, etwa 20 Kandidaten zu haben, um daraus die neun in der Satzung verankerten Mitglieder des Seniorenbeirats herauszufiltern. „Diese Zahl ist nötig, um ein echtes politisches Mandat zu haben“, sagt Krüger. Die Mitglieder nehmen an den Sitzungen der Ratsversammlung und städtischen Ausschüssen teil. Ihnen wird ein „Teilnahme-, Rede- und Antragsrecht in Angelegenheiten und Belangen der Seniorinnen und Senioren“ (auch im nicht-öffentlichen Teil) eingeräumt. „Was für uns von Belang ist, darüber kann man natürlich geteilter Meinung sein“, stellt Ekkehard Krüger augenzwinkernd fest. Er plädiert für einen generationenübergreifenden Ansatz in der Arbeit – an der Sache orientiert und in der Überzeugung, das Richtige zu tun. „Wir müssen ja nicht mehr Rücksicht nehmen auf finanzielles oder berufliches Fortkommen.“

Was aber ist das Richtige? Das hängt für den Noch-Vorsitzenden mit Einsicht, Lebenserfahrung und genauerer Beobachtung zusammen. „Wenn ich da ehrlich bleibe, kann ich wissen, was zu tun ist – und wo meine Grenzen sind.“

Es gibt etwa 24  000 Wahlberechtigte im Alter von über 60 Jahren. Abgestimmt wird ausschließlich per Briefwahl. Das Interesse könnte durchaus größer sein – 2011 lag die Beteiligung bei lediglich 24 Prozent. Signifikant: Fast zehn Prozent der Wahlbriefe konnten wegen formeller Fehler nicht zugelassen werden. Die vom SSW beantragte und vom Rat beschlossene Zusammenführung mit der Kommunalwahl ab 2018 soll nun erreichen, dass mehr ältere Menschen daran partizipieren und die Zahl der ungültigen Stimmen deutlich reduziert wird.

Themen, die vom Seniorenbeirat traditionell besetzt werden, sind die aktive Teilhabe aller Menschen im Sinne der Inklusion am gesellschaftlichen Leben, die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs, gut erreichbare Wohnquartiere mit Nahversorgung, seniorengerechtes Wohnen und eine würdige Betreuung älterer Menschen. Ekkehard Krüger hat darüber hinaus eine Menge weiterer Ideen. Die wird er jedoch nicht im Seniorenbeirat, sondern in einem anderen Kontext anpacken. „Mehr will ich im Moment nicht verraten.“

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erstellt am 24.Nov.2015 | 18:38 Uhr

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