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Flensburger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 14:38 Uhr

Denkmalschutz : Sorge um Maasholmer Kahnstellen

vom

Vor einem Jahr für eine halbe Million Euro saniert, weist die historische Anlage schon wieder Schäden auf / Experten rätseln über Ursache

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 07:00 Uhr

Maasholm | Anfangs sei man noch gelassen gewesen, doch jetzt hätten die Absackungen eine Dimension erreicht, die zur Sorge Anlass geben. So beschrieb Bürgermeister Kay-Uwe Andresen in der für diese Legislaturperiode letzten Sitzung der Maasholmer Gemeindevertretung den Zustand der Kahnstellen am Ufer der Schlei. Die seit mehr als 100 Jahren für Maasholm ortsprägende Anlage steht seit 1991 unter Denkmalschutz. Der marode Zustand war der Grund für eine umfangreiche Sanierung, die rund 580 000 Euro kostete - aus EU-Mitteln floss ein 50-prozentiger Zuschuss - und im vergangenen Sommer mit der Einweihung abgeschlossen wurde.

Ein Jahrhundertbauwerk, so hieß es damals bei der Einweihung und alle waren angetan von der von allen Seiten gelobten Sanierung. Nun wurden Absackungen an einigen Stellen registriert, die sich nicht einfach durch Auffüllen mit Erde beheben lassen. Es gab Ortstermine mit Ingenieurbüro und der ausführenden Firma - und für den Bürgermeister die Erkenntnis, dass die Schlei, wenn sie mit Wucht gegen die Kahnstellen schlägt, Erde wegreißt. Fachleute sind damit befasst, herauszufinden, was los ist, wie die Absackungen zu beheben und für die Zukunft zu vermeiden sind.

Bürgermeister Andresens Frage: "Treibt die Natur mit uns ein Spiel, das den Wasserbauern nicht bekannt ist?" Wie auch immer: Alle Seiten seien intensiv bemüht, eine Lösung zu finden. Die Absackungen, die durchaus eine Gefahr darstellen, müssen zeitnah behoben werden - und zwar, so der Bürgermeister, für die Gemeinde kostenneutral, denn: "So haben wir das nicht bestellt."

Hauptgrund für die Sitzung noch kurz vor der Kommunalwahl war die zweite Änderung des Bebauungsplanes "Hafenvorfeld". Andresens Begründung: "Da müssen wir weiterkommen und können nicht warten, bis sich die neue Gemeindevertretung konstituiert hat. Wir haben lange genug darauf herumgekaut." Es galt, den erforderlichen Entwurfs- und Auslegungsbeschluss zu fassen - dies geschah einmütig. Mit der Änderung soll das Abstellen von Wohnmobilen im Bereich des Hafenvorfeldes, dessen Besitzer es zunehmend nach Maasholm zieht, planungsrechtlich absichert werden. Außerdem geht es um die Doppelnutzung des "Winterlagers" für Sportboote, Bootsanhänger und Gestelle für die Lagerung von Sportbooten. Zudem soll dort künftig auch das Abstellen von Wohnmobilen zulässig sein, um dem steigenden Bedarf Rechnung zu tragen.

Nachdem der Maasholmer Mitarbeiter aus dem überörtlich tätigen Klärwärterteam, mit dem stets gut zusammengearbeitet wurde, ausgeschieden ist, hat sich die Gemeinde nach einem anderen Team umgeschaut und sich nicht zuletzt aus Kostengründen für die Schleswag-Abwasser GmbH entschieden.

Sozialausschuss-Vorsitzender Manfred Andresen wies darauf hin, dass es für die Tschernobyl-Kinder wieder einen Maasholm-Tag geben wird - am 15. Juni in Verbindung mit einer Kutterfahrt. "Maasholm feiert", heißt es seitens des Touristikausschusses auch in diesem Jahr. Der Reigen der Aktivitäten wird mit der dritten "Maasholmer Kunstwoche" eröffnet: Eine Ausstellung örtlicher Künstler und Kunsthandwerker findet im Netzschuppen am Fischereihafen statt ab heute bis zum 26. Mai. Die Ausstellung ist täglich geöffnet von 13 bis 18 Uhr.

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