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Flensburger Tageblatt

20. August 2017 | 06:38 Uhr

Sonntagseinkauf wird eingeschränkt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die neue Bäderverordnung sorgt für Abstriche: Lebensmittelhändler in Glücksburg rechnen mit Umsatzeinbußen

Bei dem Lebensmittelhändler Edeka in Glücksburg müssen 18 Mitarbeiter auf je zwei Arbeitsstunden sonntags verzichten, wie Wolfgang Matthiessen, geschäftsführender Gesellschafter der Edeka-Märkte Glücksburg (Schinderdam) und Harrislee sagt. Den Grund dafür liefert die neue Bäderverordnung, die seit Dezember gilt. Sie erlaubt den Geschäftsleuten erst ab 15. März bis zum 30. Oktober und vom 17. Dezember bis 8. Januar zu öffnen. Bisher war es auch Januar und Februar möglich, Waren des täglichen Ge- und Verbrauchs zu veräußern.

„Ich rechne mit einem Umsatzrückgang an Sonntagen um 5 bis 10 Prozent, befürchtet Wolfgang Matthiessen. Der Einzelhändler, der im zehnten Jahr sonntags geöffnet hat, glaubt nicht, dass er den bisherigen Umsatz in den nun sechs erlaubten Stunden machen wird, den er bisher während der acht Verkaufsstunden erzielte. Wenn die Menschen nach ihrem Strandbesuch noch einkaufen wollten, würden sie künftig vor verschlossenen Türen stehen, beschreibt er eine mögliche Entwicklung.

Auch in der Netto-Filiale in Glücksburg rechnet Susanne Behrmann mit einem Umsatzrückgang. Im Sommer kämen die Kunden meistens nach ihrem Strandbesuch ins Geschäft und das wäre nach 17 Uhr, werden die neuen Glücksburger Öffnungszeiten von 11 bis 17 Uhr bedauert. Die Filiale hatte noch 2013 bereits in den Wintermonaten geöffnet, in den Sommermonaten bis 19 Uhr, darf nun aber erst ab dem 15. März sonntags öffnen – bis 17 Uhr. Kürzungen bei den Arbeitszeiten seien aber nicht vorgesehen. Die Sonntage bestreite eine Stammmannschaft von Geringfügigbeschäftigen. Deren Sonntagsstunden würden in die Woche verlegt.

Kathrin Horn, Inhaberin der Boutique Katwalk weiß aus Erfahrung, dass sich das Öffnen sonntags nicht lohne. „Wir haben nur zwei oder drei Mal im Jahr geöffnet.“ Ostersonntag, und zur Lebensart schließe sie für wenige Stunden auf. Versuche waren erfolglos geblieben: „Die meisten gucken nur“, erklärt Horn, die ihr Geschäft seit sechs Jahren am Schinderdam betreibt. Sie spreche sich mit den benachbarten Sport- und Freizeitmoden ab.

Der Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins (HGV) Glücksburg, Ulrich Starke, spricht von einer wesentlichen Beschränkung des Verkaufs im Ort: „Gäste ziehen gerne abends durch die Geschäfte.“ Die neuen Öffnungszeiten will der Diplom-Kaufmann mit Bürgermeisterin Kristina Franke in Kürze erörtern. Die Verwaltung hatte im Oktober die neuen Öffnungszeiten von 11 bis 17 Uhr bekanntgegeben.

Nach Aussage von Wolfgang Matthiessen, einer der fünf Vizepräsidenten der Industrie- und Handelskammer zu Flensburg, betrifft die neue Bäderverordnung in Glücksburg ohnehin nur die zwei Lebensmittelhändler. Diese seien es, die die BäderVO tatsächlich betreiben würden.

Die neue Bäderverordnung regelt Ausnahmen zu den gesetzlich festgelegten Ladenöffnungszeiten. Die BäderVO gilt seit dem 15. Dezember und beschränkt die Sonntagsöffnung der Geschäften mit Waren des täglichen Ge- und Verbrauchs und des touristischen Bedarfs auf sechs Stunden im Zeitraum von 11 bis 19 Uhr. Der tatsächliche Zeitraum wird vor Ort in Absprache mit der Kirche und den Händlern (HGV) von der Verwaltung festgelegt. In Glücksburg schrieb die Verwaltung am 23. Juli den HGV als Interessensvertreter der Gewerbetreibenden und die Kirchengemeinden mit der Bitte an, die Wunsch-Öffnungszeiten zu nennen. Der HGV habe einen Verkaufszeitraum bis 17 Uhr vorgeschlagen, teilte die Verwaltung mit. Die Kirchengemeinde habe nicht Stellung genommen.

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erstellt am 08.Jan.2014 | 08:00 Uhr

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