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Milow in Flensburg : Songwriter mit Wohlfühleffekt

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Milow tritt mit seiner „We Must Be Crazy Tour“ im Deutschen Haus auf und holt das Publikum im Rekordtempo auf seine Seite.

shz.de von
erstellt am 11.Nov.2014 | 08:00 Uhr

Flensburg | Ein paar Akkorde reichen aus, dann beginnt das Publikum im Deutschen Haus zu jubeln, zu klatschen und mitzutanzen. Sie haben „You don’t know“ sofort erkannt – den Song, mit dem Milow 2007 seinen Durchbruch schaffte. Jonathan Vandenbroeck, wie der sympathische Sänger aus Belgien mit richtigem Namen heißt, gelingt es mit seiner warmen, runden Stimme mühelos, die rund 1200 Gäste auf seine Seite zu ziehen und zu verzaubern.

Vor drei Jahren ist er zum ersten Mal in Flensburg aufgetreten, und Milow entschuldigt sich, es nicht früher wieder hierher geschafft zu haben. „Dafür beschreibe ich euch jetzt jede Woche, die seither vergangen ist, um euch auf den neuesten Stand zu bringen.“ Das schafft er zwar nicht ganz, aber seine humorvollen Zwischenmoderationen in leicht verständlichem Englisch tragen ganz sicher zu diesem ganz besonderen Wohlfühleffekt bei, den der 33-Jährige beinahe in Rekordtempo aufzubauen vermag. Spätestens, als Milow erzählt, wie er am Sonntagmorgen um 7 Uhr aufgestanden ist, um Flensburg zu erkunden. „Eigentlich sollte ich mich von der langen Reise aus Lausanne erholen. Aber ich bin froh, das nicht getan zu haben. Was für eine wunderschöne Stadt!“

Milow ist einfach nett – nett zu seinem Publikum, aber auch zu seiner Band, die anders als bei vielen anderen Solokünstlern nicht im Hintergrund bleibt. Vor allem Nina Babet und Tom Vanstiphout sorgen für mehrstimmige musikalische Höhepunkte. Nach einigen schnelleren, mit Disco-Beats und aufwendiger Lichtshow unterlegten Songs findet Milow wieder zu seinen Singer/Songwriter-Wurzeln zurück. Die Bühne leert sich bis auf ihn und Tom Vanstiphout, und dann sind da nur noch zwei Männer mit ihren Stimmen und ihren Gitarren. Kurzerhand teilen sie das Publikum in die Teams Tom und Milow ein – und dann singt und summt der ganze Saal gemeinsam.

Zwischendurch erzählt Milow von seinen sonntäglichen Flensburg-Erfahrungen. Zum Beispiel war da dieses Erlebnis am Ostseebad: „Ich sah eine Bewegung im Wasser und dachte erst, das sei ein Delfin. In Wirklichkeit waren das zwei Schwimmer. Aber hey – vielleicht schwimmt ihr ja alle jeden Morgen in der Förde, und dieser Sonntag im November ist für euch der wärmste Tag des Jahres.“

Flensburg ist der erste deutsche Schauplatz von Milows „We Must Be Crazy Tour“. Nach einer zweijährigen Tour-Pause spielt er viele Songs seines neuen Albums „Silver Linings“, aber natürlich auch all die aus dem Radio bekannten Hits mit so eingängigen Melodien wie „Ayo Technology“, „You And Me (In My Pocket)” oder „Little In The Middle“.

Als Milow dann das letzte Lied ankündigt, ist er von der ausbleibenden Reaktion des Publikums fast ein bisschen enttäuscht und geht nicht von der Bühne, bis ihm nicht ein vielstimmiges „Ohhhh“ entgegenschallt: „Wir wissen zwar alle, dass das hier nicht wirklich unser letzter Song war. Aber das Weggehen und Wiederkommen ist Tradition – das gehört dazu.“ Nach dem dann wirklich allerletzten Song wünscht Milow seinen Fans schon einmal „Fröhliche Weihnachten“ – und freut sich diebisch, dass er damit in diesem Jahr der Allererste ist.

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