Flensburger Strand : Solitüdefest: Bunt, nass, fröhlich

Andrang beim Fest der Minderheiten: Das Solitüdefest hat ungeminderte Zugkraft
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Andrang beim Fest der Minderheiten: Das Solitüdefest hat ungeminderte Zugkraft

39. Fest der Minderheiten lockt trotz Regens tausende Besucher ans Wasser

shz.de von
25. Juni 2018, 06:50 Uhr

„Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt“ – was Pippi Langstrumpf kann, kann das Solitüdefest schon lange: am Sonnabend fand am Solitüder Strand zum 39. Mal das „Fest der Minderheiten“ statt. Es ist eine bunte Feier, bei der es keine Vorurteile gibt, kein Gegeneinander. An diesem Tag stehen Minderheiten genauso im Mittelpunkt wie tobende und kreischende Kinder.

Rund 40 Vereine, Verbände, Institutionen und Initiativen haben sich ehrenamtlich an dem multikulturellen Fest beteiligt, das vom ADS-Grenzfriedensbund veranstaltet wird. Und so gab es neben fremdländischen Speisen, Hot Dogs und selbstgebackenem Kuchen für kleines Geld auch zahlreiche Attraktionen für Kinder: Der Pfadfinderstab Duborg sorgte mit einem Wasserspiel für großen Spaß, während im Zelt vom „Haus der Familie“ getöpfert werden konnte. Beim SBV wurden T-Shirts bemalt, während sich an den Spielmobilen ausgetobt werden durfte. Auf der Bühne wurden interkulturelle Tänze gezeigt, und die „Flensburger Stadtbläser“ sorgten für musikalische Unterhaltung – unter anderem mit der Titelmelodie zu Pippi Langstrumpf. Kalt wurde es für die Neulinge der DRLG: Auf sie wartete die traditionelle „Neptunstaufe“ in der Ostsee.

„Das Solitüdefest ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit verschiedener Kulturen funktionieren kann“, fand Marianne Hansen vom Dänischen Generalkonsulat, das neben der Stadt Flensburg Schirmherr des Festes ist.

Bürgermeister Henning Brüggemann sieht das Fest als Spiegelbild der Flensburger Gesellschaft: „Flensburg ist vielfältig, Flensburg ist bunt. Flensburg setzt auf das Miteinander. Ich bin froh, dass es die Institution Solitüdefest gibt.“

Die Idee dazu hatte vor fast 40 Jahren die bereits verstorbene Gertrud Wendrich, die einst lange das Haus der Familie geleitet hat. Und noch heute ist die Anlaufstelle für Familien, die vom ADS-Grenzfriedensbund getragen wird, hauptsächlich für die Planung und Umsetzung des Festes verantwortlich. Haus-der-Familie-Leiterin Kirsten Kaack ist nun im 15. Jahr dabei; Unterschiede zwischen damals und heute sieht sie kaum: „Das Fest ist größer geworden, allein wegen der technischen Möglichkeiten. Aber das Konzept und die Prinzipien haben sich nicht verändert.“ So werde auf Kommerz verzichtet und darauf geachtet, die Natur zu schonen.

Mit dem Thema Natur setzt sich auch der Verein „Villekula“ auseinander. „Wir wollen Kinder durch aktives Mitmachen an gesunde Ernährung und die Naturkreisläufe heranführen“, so Gründerin Tjorven Reisener. Und so hatten Kinder jeden Alters am Sonnabend die Möglichkeit, selbst zum kleinen Gärtner zu werden: Blumensamen wurden mit Erde zu einer kleiner „Seedbomb“ (Samenbombe) geformt. „Die wird dann einfach auf den Rasen geworfen. Und dort, wo sie landet, wachsen Pflanzen“, so Reisener. So sollen bereits die Kleinsten an den Naturkreislauf herangeführt werden.

Dass die Natur allerdings ihren eigenen Willen hat, zeigte sich vor allem am Wetter: Typisch norddeutsch kam es daher. Doch bei einem interkulturellen Fest gehört auch das dazu.



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