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Flensburger Hafen : „Solitüde“ – Unbekannte Rarität

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die unscheinbare Barkasse liegt unauffällig im Flensburger Hafen: Für ihren Erhalt wurde ein Verein gegründet.

Flensburg | Sommerferien gerade vorüber, und leider auch nicht mehr ganz so perfektes Urlaubswetter: Trotzdem sind Hafen und Strände hier im Blick der Flensburger und Feriengäste. Deshalb bringt das Tageblatt seine Sommerserie „An der Wasserkante“. Heute: Die 71-jährige Hafenbarkasse Solitüde und ihr Erhaltungsverein.

Wer einmal am Hafen zwischen Museumswerft und Hafenspitze entlang geht, dem mag sie auf den ersten Blick gar nicht auffallen: Die „Solitüde“. Die alte Hafen-Barkasse liegt dort unauffällig, und doch ist sie ein kleiner Schatz des Flensburger Hafens.

Seit 1948 ist die 1943 in Hamburg-Neuenfelde erbaute Barkasse Teil der Stadt Flensburg. Als sie 2006 nach einem Getriebeschaden aus dem Betrieb genommen wurde und mehrere Jahre auf der Pier an Land lag, entschieden sich mehrere Flensburger, sich dafür stark zu machen, die „Solitüde“ wieder zu Wasser zu bringen. „Es wäre schade gewesen, wenn das Schiff einfach vergammelt wäre“, sagt Frank Bartik. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins zur Bewahrung der „Solitüde“, der sich „den Erhalt auf die Fahne geschrieben hat“, wie der Vereinsvorsitzende Rudi Green erzählt.

Zurzeit zählt der 2009 gegründete Verein 14 Mitglieder. Er ist dabei immer wieder auf Spenden (wie von Orion und dem Autozentrum Flensburg) angewiesen, um die laufenden Kosten zu decken. Laufende Kosten, das sind in diesem Fall Versicherung, Liegekosten, Kraftstoff, Kosten für Wartungsarbeiten und eventuelle Reparaturen. „Das alles kostet uns viel Freizeit, und ohne Arbeit und Spender wäre es nicht möglich“, sagt Gründungsmitglied Bartik, aber so konnten er und seine Mitstreiter das Schiff vor der Verschrottung bewahren.

„Die Solitüde gehört seit Jahrzehnten zum Stadtbild und sollte deswegen bewahrt bleiben“, sagt Green. Dabei ist Gemeinnützigkeit der Schlüsselpunkt: „Wir möchten Leuten mit dem Schiff den Flensburger Hafen und sein Flair näher bringen. Deshalb nehmen wir Veranstaltungen zum Anlass, Gäste einzuladen“, erklärt Bartik. Dabei sei nichts gewerblich, höchstens Spenden für das seit 2010 denkmalgeschützte Schiff seien willkommen.

Auch dieses Jahr bei den Nautics war die Solitüde dabei: für kleine Ausfahrten und einfach als fester Teil des Flensburger Hafens. Dem hat das Schiff nämlich Jahrzehnte als Hilfs- und Arbeitsschiff zur Hafenunterhaltung gedient: zur Beförderung von Material und Arbeitern oder als Schlepper. Im Jahr 2009 wurde die Solitüde dann zusammen mit der Behebung des Getriebeschadens und weiteren Arbeiten so hergerichtet, dass zehn Gäste, ein Matrose und der Kapitän darauf Platz finden.

So geht es nun bei den gelegentlichen Ausfahrten mit der Solitüde gemütlich durch den Flensburger Hafen oder auch mal bis zu den Ochseninseln. Viel weiter wäre bei durchschnittlich fünf Knoten (etwa acht bis zehn Kilometer pro Stunde) dann doch eher zeitraubend, und bei viel Seegang könnte es auch mal etwas ungemütlicher werden. Aber die Barkasse gehört ja auch eigentlich in den Flensburger Hafen.

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