Tag der Arbeit in Flensburg : Solidarität im Nieselregen

Junge Metaller vornweg: Der Demonstrationszug zum 1. Mai startete an der Hafenspitze.
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Junge Metaller vornweg: Der Demonstrationszug zum 1. Mai startete an der Hafenspitze.

Kundgebung zum 1. Mai auf dem Südermarkt / Gewerkschafterin fordert Verbesserungen im Pflegebereich

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02. Mai 2018, 06:10 Uhr

Trotz des hartnäckigen Dauer-Nieselregens kamen viele Flensburger gestern Vormittag auf den Südermarkt, um sich an der traditionellen Kundgebung der Gewerkschaften am Tag der Arbeit zu beteiligen. Dabei dürfte die bevorstehende Kommunalwahl auch eine Rolle gespielt haben: Mit SPD, SSW, Grünen, WiF und Linken waren immerhin fünf Ratsfraktionen mit Ständen und Kommunalpolitikern vertreten – aktiven wie ehemaligen.

Susanne Schöttke, Landesbezirksleiterin Nord der Gewerkschaft Verdi, sprach sich zunächst in aller Deutlichkeit gegen Rassismus, Antisemitismus und „demokratiefeindliche Rechtsaußen-Plattitüden“ aus. Nachdem sie die Bedeutung von „Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit“ in den Vordergrund gehoben hatte, verdeutlichte sie anhand der jüngsten Tarifabschlüsse, dass es sich lohnt, sich für gemeinsame Interessen der Arbeitnehmer stark zu machen. Sie erwähnte den Abschluss der EVG (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft), die neuen Regelungen bei der Telekom und den Tarifabschluss des öffentlichen Dienstes. Die Flexibilisierung der Arbeitszeiten sei einer der Erfolge, so Schöttke.

Die Kieler Gewerkschafterin forderte einen „sensiblen Blick“ auf das Thema Pflege. Die Mitarbeiter in den Krankenhäusern und in der Altenpflege seien „extrem belastet“, es sei „eine Schande, unter welchen Bedingungen da gearbeitet wird. Das können und wollen wir nicht zulassen.“ Die Politik müsse das Thema gestalten und einen Rahmen setzen; am 12. Mai, dem Tag der Pflege, könne man sich erneut für die Forderungen stark machen.

Mit Blick auf die Jamaika-Landesregierung in Kiel sprach sich Schöttke für die Beibehaltung des Tariftreue- und Vergabegesetzes aus und geißelte Regierungsmitglied Bernd Buchholz (FDP) als „Entbürokratisierungsminister“, der die Regierung vor sich her treibe. Dabei trage dieses Gesetz unter anderem zu mehr Gleichberechtigung und Umweltschutz bei, so Schöttke.

„Die Rente ist der letzte Vertrag des Lebens“, machte sie schließlich deutlich. Ein Rentenniveau von 48 Prozent sei jedoch für ein Leben in Würde viel zu wenig. „Wir brauchen gute und steigende Löhne, dann steigt auch die Rente.“

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