zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

21. November 2017 | 05:45 Uhr

Vorfreude : Sol Gabetta spielt keinen Tango

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Festival-Intendant Christian Kuhnt erklärt die neue Ausrichtung des SHMF und wirbt für den Besuch der Flensburger Konzerte

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2014 | 12:36 Uhr

Christian Kuhnt hatte viel Honig dabei. Den schmierte er dem Festivalbeirat, den Gastgebern, Matthias Janz, dem Deutschen Haus und überhaupt ganz Flensburg um den Bart. Der immer noch frisch gebackene Intendant des Schleswig-Holstein Musik-Festivals präsentierte sich als perfekter Kommunikator, höchst unterhaltsamer Erzähler und effizienter Marketingmann in Sachen Festival. Fünf Konzerte beschert er Flensburg in diesem Jahr (wir berichteten), darunter echte Stars der Klassik wie Sol Gabetta und Murray Perahia.

Eine Person steht in diesem Jahr im Fokus: die argentinische Cellistin Sol Gabetta. „Sie war sofort Feuer und Flamme“, berichtete Kuhnt. „Als Argentinierin machst du natürlich was mit Tango“, habe er ihr beim ersten Treffen vorgeschlagen. Klare Antwort der Musikerin: „Ich spiele keinen Tango. Das kann ich nicht.“ Er dachte anfangs an sechs bis sieben Konzerte mit ihr. Als er ein paar Tage später eine nicht endende Mail mit diversen Ideen von ihr bekam, wurden daraus ganz schnell 17. „Und davon sind 15 schon ausverkauft!“, rief er den Besuchern in der Kanzlei Jensen & Emmerich begeistert zu. Keine Bange: Für das Flensburger Konzert am 7. August gibt es noch Karten.

Mit 190 000 Tickets sei das SHMF das größte Musikfestival aller Genres in Deutschland „und wahrscheinlich auch in Europa“, so Kuhnt voller Selbstbewusstsein. Allein 20 000 gibt es für die Konzerte mit Sol Gabetta. Ein großes Schweigen sei ihm im Festivalbüro zuteil geworden, als er diese Zahl verkündete: „Du weißt schon, dass Sol Gabetta nicht Justin Timberlake ist, oder?“, habe man ihn gefragt.

Vor allem ein Anliegen war ihm wichtig an diesem Abend: die Neuausrichtung des Festivals. „Wir haben diesmal auch Musik, die nicht in die Box passt, auf der Klassik steht. Diese Box brauche man nicht mehr, stattdessen gebe es nur noch eine mit der Aufschrift Musik. „Heute hört kein Mensch mehr nur Klassik, nur Jazz oder nur Pop. Man schaut einfach nach guter Musik. Max Raabe zum Beispiel ist ein sensationeller Musiker.“ Der kommt mit seinem Palast-Orchester zu einem SHMF-Konzert in die Flens-Arena: „Ja, gut, die ist schon ziemlich groß“, räumte Kuhnt ein. Aber nach einem zweistündigen Konzert mit Max Raabe „ist man verliebt in diesen Mann – auch als verheirateter Mann!“

Sodann brach er eine Lanze für die Sängerin Anna Depenbusch, die ihr Programm „Sommer aus Papier“ in der Klassiker-Werft am Harniskai solo am Klavier bringen wird. Und dann ist da noch der Lokalmatador: Gleich zu Beginn des Festivals leitet Matthias Janz seinen Bach-Chor, den Symphonischen Chor Hamburg und das Elbipolis Barockorchester bei Mendelssohns Oratorium „Paulus“ im Deutschen Haus.

 

 

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen