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Gemeindevertretung : Sörup will die Energiewende

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Gemeindevertretung billigt Gesellschaftervertrag mit fünf Stromversorgern.

Die Gemeinde Sörup macht ernst mit der Energiewende. Mit der Billigung eines Gesellschaftervertrages des Gemeindewerks Sörup durch die Gemeindevertretung wurde der erste Schritt einer autarken Energieversorgung eingeleitet. Sörups Bürgermeister Dieter Stoltmann erklärte, dass dieser Prozess der regionalen Energieerzeugung und Verbrauch in der Region letztlich in einem eigenen Stromnetz enden solle.

Bendix Thomsen vom Stromvermarkter Nordgröön, machte deutlich, dass es um regionale Wertschöpfung gehe. Die Gemeinde, drei Windparkbetreibern, die Firma Nordgröön und ein Biogasbetreiber bilden die Gesellschafter des Gemeindewerks. Die Aufgabe des Gemeindewerks wird es sein, in Sörup produzierten Strom aus Windenergie und aus Biogas an die Stromabnehmer im Ort zu verkaufen. Die Gesellschaft wird unter Umgehung der Leipziger Strombörse, dem europäischen Stromhandelsplatz, ihren Strom direkt bei den Söruper Energieerzeugern einkaufen. Die Gesellschafter haben sich zusammen mit der Gemeinde zum Ziel gesetzt, die rechtlichen Voraussetzungen für die Betriebsaufnahme im ersten Quartal 2018 zu erfüllen.

Bereits im ersten Jahr ist es das Ziel, 100 Kunden zu gewinnen. In zehn Jahren soll die Hälfte der 2000 Haushalte mit Energie aus der Region versorgt werden. Als erste Maßnahme ist geplant, alle öffentlichen Liegenschaften sofort nach Betriebsaufnahme vom Gemeindewerk mit Strom beliefern zu lassen. Durch die Nutzung der in Sörup erzeugten regenerativen Energie vor Ort soll ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.

Mit der Bürgermeisterfrage, „Wer ist dafür das wir dem Kreis mehr Geld geben?“, und dem darauf folgenden Schweigen der Gemeindevertreter, wurde deutlich, wie schwer sich die Kommunalpolitiker mit der Erhöhung der Kreisumlage tun. Der Hinweis auf den mühsam ausgehandelten Kompromiss zwischen Gemeinden und Kreis veranlasste die Gemeindevertreter letztlich ihre Zustimmung zu erteilen.

Uneingeschränkte Zustimmung fand indes der zur Abstimmung gestellte Bebauungsplan für die Umgestaltung der Badestelle am Südensee.

In seinem Verwaltungsbericht gab Bürgermeister Dieter Stoltmann schließlich bekannt, dass die Deutsche Bahn inzwischen die letzten Anlagen im Bahnhofsgebäude abgebaut hat und die Räume in der kommenden Woche an die Gemeinde übergeben werden. Problematisch ist dagegen noch die Entwidmung des Gebäudes von Bahnbetriebszwecken. Die Deutsche Bahn muss dieser Entwidmung durch das Eisenbahnbundesamt nun noch zustimmen. Bürgermeister Stoltmann hofft auf eine zügige Beschlussfassung durch die Bahn. Ist dieser Vorgang vollzogen, wird umgehend mit der Renovierung des Gebäudes begonnen, kündigte Stoltmann an.

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