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Tannen-Kauf an Heiligabend : So schön ist der Last-Minute-Baum

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Wurde der Baumkauf allzu sehr hinausgezögert, droht der Charakterbaum. Oder?

shz.de von
erstellt am 23.Dez.2016 | 20:15 Uhr

Flensburg | Gerade noch lag man leicht bekleidet mit Cocktail im norddeutschen Sommernieselregen, schon ist der Regen kalt, der Sommer fort und Weihnachten steht allzu sehr vor der Tür. Während man sich noch fragt, wie das nun wieder passieren konnte, gilt es in Eile einige Probleme aus der Welt zu schaffen. Allen voran: Ein Weihnachtsbaum muss her! Wer möchte schon unter den enttäuschten Blicken seiner Kinder Strohsterne und Glaskugeln an Geranie und Bonsai hängen?

Dem Perfektionisten kann schon mal bange werden, realisiert er den Baummangel ausgerechnet am 23. Dezember, während er sich durch seinen letzten Arbeitstag vor Weihnachten quält. Weiß man doch um all die krummen, kahlen, runden, dürren, nadelnden Exemplare mit Doppel- oder Dreifachspitze, die in romantischen Weihnachtsmärchen als Charakterbäume beworben werden.

Doch ist die Lage gar nicht so verfahren, wie es scheint. Selbst am Heiligabend kann man sich vielerorts noch mit Bäumen eindecken – die meisten Anbieter haben bis 12 Uhr geöffnet. So beispielsweise am Flensburger Twedter Plack, wo shz.de einen Tag vor Ultimo eigentlich die freakigen Überbleibsel der Weihnachtsbaumsaison bestaunen wollte. Stattdessen stehen dort fast ausschließlich einwandfreie Nordmanntannen und warten auf ihre Behängung. Wie kann das sein?

„Der Chef schlägt unsere Bäume noch selbst, in einer Baumschule in Dänemark“, verrät ein emsiger Verkäufer. Schwieriger wird es da, wo Palettenware weiterverkauft wird – auch solche Anbieter gibt es in Flensburg. Hier wird die Auswahl mit herannahendem Heiligabend zunehmend abenteuerlich. Auf das Wo kommt es also an, nicht so sehr auf das Wann.

Das weiß offenbar auch die Kundschaft der Mürwiker Weihnachtsbaumverkäufer. In den vergangenen Jahren kam es häufiger vor, dass am Vormittag des Heiligabend noch rund 50 Bäume den Besitzer wechselten. Doch die Verkaufsschübe sind vor allem an den Wochentag gekoppelt. „Die meisten Bäume verkaufen wir am Wochenende. Leider hat die Stadt den Baumverkauf am Sonntag gestoppt“, sagt ein Mitarbeiter. Da der Heiligabend in diesem Jahr auf einen Samstag fällt, rechnen die Verkäufer damit, dass die Noch-Baumlosen zahlreich herbeieilen. Bei trockenem Wetter lockt sogar ein besonders überzeugendes Feature: Ab 11 Uhr gibt sich der Weihnachtsmann persönlich die Ehre.

Wer nicht gleich am ersten Verkaufstag losgeeilt ist, hat es bei der Auswahl sogar leichter: Da während der Verkaufszeit keine Bäume nachgeliefert werden, steht anfangs alles randvoll. Erst nach einigen Tagen lichten sich die Reihen – und geben mit etwas Glück genau das kerzengerade Schätzchen frei, das von der Frau in Auftrag gegeben wurde. Und noch eine gute Nachricht zum Schluss: Die Preise ändern sich für Kurzentschlossene bei den meisten Anbietern nicht. Frohe Weihnachten!

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