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Unterwasser-Fotos : So kommt die Meerjungfrau nach Satrup

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Eine schillernde Meerjungfrau taucht in Satrup ab – und bringt ein wenig Zauber zwischen die Freibad-Fliesen. Unterwasser-Fotograf Jan Langmaack realisiert damit ein Projekt zwischen Mystik und Realismus.

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erstellt am 02.Aug.2014 | 16:58 Uhr

Satrup | Mit langen blonden Haaren, einem gold-beigen Bikinioberteil und einem schillernd grünen Fischschwanz steht Model Jill Hansen am Beckenrand. Ein wenig steif, denn besonders gut besonders gut bewegen kann man sich nicht, wenn die Füße in einer riesigen Monoschwimmflosse stecken und die Beine in einem daran angenähten Stoffschlauch. Doch an Land soll ihr Fotoshooting auch gar nicht stattfinden. Die Flensburgerin bereitet sich gerade auf Aufnahmen im Satruper Freibad vor. Unter Wasser.

Es gibt wohl nur wenige Gelegenheiten, bei denen Kleinmädchenträume und Männerfantasien in Einklang zu bringen sind. Fotograf Jan Langmaack bannt diesen Kontrast auf ein Bild zwischen märchenhaft und sexy, zwischen Fantasie und Realismus. Er vollendet mit dem Meerjungfrauen-Foto ein lange geplantes Projekt. Schon seit Jahren fotografiert der passionierte Taucher die Unterwasserwelt der Flensburger Förde. Waren es bislang winzige marine Nacktschnecken, die ihn faszinierten, hat Langmaack jetzt Geschmack am Mystischen gefunden. Zunächst kam die Idee, Schwimmerinnen mit Monoflosse unter Wasser abzulichten. „Die Oberteile dazu sahen aber nicht gut aus“, sagt Langmaack.

Daher bat er die Flensburger Designerin Katharina Trumpf, ein passendes Bikini-Oberteil zu kreieren. Kurz darauf begann er mit Jill Hansen die Übungen mit der ungewohnten Flosse: Denn die Bewegungen mit dem Fischschwanz sind völlig andere als mit herkömmlichen Schwimmflossen. Das Model übte die rhythmische Wellenbewegung, gleich einem Delfin. „Das schwierige ist: Wenn ich mich nicht bewege, gehe ich unter wie ein Stein“, sagt Hansen. „Beim ersten Schwimmen damit fühlte ich mich ein bisschen hilflos.“ Doch vier Monate Training im Schwimmbad zeigten Erfolg.

Immer wieder taucht Jill Hansen beim den Unterwasseraufnahmen unter, schwimmt durch das Satruper Springerbecken und versucht, trotz Luftanhalten möglichst entspannt zu wirken. „Dabei habe ich die Kamera gar nicht richtig gesehen, ich habe nur dahin geguckt, wo es blitzte“, sagt die 24-Jährige im Anschluss. Unter Wasser ist die massige Kamera, die mit ihren langen Blitz-Auslegern und dem fast handballgroßen halbrunden Objektiv ein wenig wie ein zweiarmiger Oktopus aussieht, nur schemenhaft zu erkennen. Alles ist unscharf, wabert.

Wie viel Arbeit hinter der Fotokunst steckt, ahnt man erst auf den zweiten Blick. Denn zunächst sieht man auf dem Bild nur das hübsche Fabelwesen, entrückt wie aus einer anderen Welt. Jan Langmaack hat sich die Designerin, das Model und auch die Visagistin Sarah Johnsen gezielt für das Fotoprojekt ausgewählt. „Es gibt immer wieder Frauen, die gern ein Unterwasserfoto als Meerjungfrau machen würden“, sagt der Fotograf. Doch wenn sie dann ins Wasser abtauchten, merkten viele, dass es ein schwieriges Motiv ist. Schon mehrfach habe eine atemlose Nixe das Fotoshooting nach wenigen Minuten abgebrochen. „Das Problem ist, dass man ausgeatmet tauchen muss, damit man unter Wasser bleibt“, sagt Langmaack. Das Model muss außerdem die Augen öffnen und sollte nicht ausatmen, um keine Luftblasen zu erzeugen. Jill Hansen hält das mehrere Stunden lang durch – und lächelt sogar noch, als sich ihre blonde Haarverlängerung in den Muscheln verfängt, die auf dem Bikinioberteil appliziert sind. Doch kleine Pannen gehören dazu, auch wenn das Foto am Ende noch so märchenhaft aussieht.

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