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Käufer für historischen Kaufmannshof gesucht : So geht es weiter mit Peter Liebmanns „Villa Bunterhund“

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Aus der Onlineredaktion

In der Norderstraße gibt es ein klein wenig Bewegung: Die Villa „Bunterhund“ des verstorbenen Peter Liebmann steht seit Kurzem unter Denkmalschutz und sucht einen neuen Besitzer.

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erstellt am 24.Apr.2015 | 19:57 Uhr

Flensburg | Es ist still geworden um Flensburgs Ikone Peter Liebmann. Als der Kult-Tättowierer aus der Norderstraße im Januar 2014 starb, konnten es viele seiner Weggefährten, Freunde und Bekannte zunächst nicht glauben. Der gebürtige Kieler lebte seit 1972 in Flensburg und wurde zu einem stadtbekannten Gesicht. Sein Lebensmotto war immer der starke Wille, und das Feuer in Peter „Pit“ Liebmanns wachen Augen loderte nicht nur dann, wenn er von seinem Leben erzählte. Mit rotem Barett und grauen langen Haaren empfing Peter Liebmann seine Besucher stets herzlich in der „Villa Bunterhund“ in der Norderstraße 107-109. 250 Flensburger verabschiedeten „Trödel-Pit“ mit Kerzen und Luftballons an der Flensburger Hafenspitze. Auch im Internet ist seine Facebook-Seite wie ein offenes Kondulenzbuch erhalten geblieben.

Peter Liebmann starb im Alter von 67 Jahren.
Peter Liebmann starb im Alter von 67 Jahren. Foto: Hencke
 

Erhalten bleiben soll auch das Haus in der Norderstraße. Zumindest wenn es nach der Erbin des historischen Kaufmannshofes geht. Britta Kuhlendahl-Kraft kümmert sich aus der Ferne um den Verkauf der großen Immobilie. Seit Liebmanns Tod steht das Haus leer und viele fragen sich, was nach der Ära Liebmann kommt. Der hatte schon 2011 viele Ideen und große Pläne geäußert, was mit seinem Besitz geschehen soll. Die Gedanken reichten von der „Villa Bunterhund“ als Kulturprojekt über ein Antidrogenhaus bis hin zu einem Verkauf an ausländische Interessenten der Filmbranche, sollten Stadt oder Bürger kein Interesse an einem Kulturangebot haben. Die Stadt lehnte gegenüber shz.de im Sommer 2014 Vorhaben ab, die Villa zu erwerben.

„Ein Kaufinteressent sagte kurz vor dem Notartermin ab, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits Gutachten erstellt und Pläne gemacht wurden. Eine andere Interessentin habe zwar Pläne in Liebmanns Sinne verfolgt, doch auch diese Überlegungen scheinen im Sande verlaufen zu sein“, sagt Kuhlendahl-Kraft. Ein Flensburger Makler Hans Martin Kjer soll sich nun um den Verkauf der Immobilie kümmern. Kuhlendahl-Kraft wünscht sich für den historischen Kaufmannshof eine „gute Lösung“. Keinesfalls soll das Haus abgerissen oder massiv umgestaltet werden. Deswegen ist sie froh, dass das Haus mittlerweile unter Denkmalschutz steht. „Ich suche für das Haus einen Liebhaber, der als Käufer in die Instandsetzung investiert und den Komplex wieder in einen ansehnlichen Zustand versetzt“. Es solle keine Bausünde dort entstehen, wo sich Peter Liebmann über vierzig Jahre lang verwirklicht habe.

Haus mit Zukunft? Hier herrschte Pit Liebmann über sein Trödel-Imperium. Jetzt steht das Haus zum Verkauf.
Haus mit Zukunft? Hier herrschte Pit Liebmann über sein Trödel-Imperium. Jetzt steht das Haus zum Verkauf. Foto: Hencke
 

Ob in der Norderstraße 107-109 bald Wohnungen entstehen, soziale Projekte verwirklicht werden oder im Innenhof ein Café entsteht, bleibt abzuwarten. „Trödel-Pit“ habe sich bis zuletzt nicht ernsthaft um konkrete Vorhaben, was nach seinem Tode mit seinem Besitz passieren soll, gekümmert. Selbst ein paar Tage vor seinem Tod, ließ er die Fragen seiner guten Freundin und heutigen Erbin des Hauses unbeantwortet. Kuhlendahl-Kraft schätzt, dass die Instandsetzung des Hauses den neuen Besitzer einen Millionenbetrag kosten werde. Über den Kaufpreis wahrt sie unterdessen Stillschweigen. „Er ist dem Zustand angemessen und orientiert sich an den gewöhnlichen Immobilienpreisen in der Stadt.“ Klar ist aber auch: Verschenken möchte sie das Haus nicht.

Unterdessen leert sich das Haus langsam. Ralf Gnass, der sich um Hab und Gut und den Trödel Liebmanns kümmert, den dieser in 40 Jahren angesammelt hat, veranstaltet regelmäßige Flohmärkte in einer Halle in der Werkstraße in Harrislee. Es sei in Liebmanns Interesse, dass das ein oder andere Stück in gute Hände kommt, sagt Gnass. Der Verkauf wird sich allerdings noch hinziehen, denn die große Villa mit zwei Nebenflügeln war voll bis unter das Dach. „Es sind unvorstellbare Mengen“, resümiert Kuhlendahl-Kraft. Der nächste Flohmarkt findet am Sonntag (26.4.) in der Zeit von 10 bis 16 Uhr in der Werkstraße 4 in Harrislee statt.

Gerne hätte sie mehr gewusst, über die Wünsche und Pläne von „Trödel-Pit“. Fest stehe aber auch, dass sich nun eine Ära dem Ende zuneigt und eine neue Ära beginnen wird“, sagt Kuhlendahl-Kraft im Hinblick auf den Verkauf der Immobilie.

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