Slow Food und schnelle Gaffler

Hier wird’s gleich ziemlich eng: Das offizielle Plakat zur Regatta stammt dieses Jahr von Kim Schmidt
Hier wird’s gleich ziemlich eng: Das offizielle Plakat zur Regatta stammt dieses Jahr von Kim Schmidt.

Bummeln und Regattieren: Am Donnerstag beginnt die Rum-Regatta / Museumshafen erwartet rund 100 traditionelle Segelschiffe

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09. Mai 2018, 07:00 Uhr

Jetzt gilt’s, Freunde des Gaffelriggs! Pünktlich zu Beginn der bedeutendsten Flensburger Unernsthaftigkeit zieht sich der Sommer zurück und es wird kühl und windig. Ein Wetterumschwung, der oft eine Flensburger Rum-Regatta nach sich zieht. Und so ist es auch. Die ersten Segler sind schon unterwegs, die letzten werden im Laufe des Freitags eintreffen – der Museumshafen lädt übers Wochenende zum ältesten und beliebtesten Hafenfest Flensburgs.

Am erprobten Ablauf hat sich über Jahrzehnte nichts geändert. Gaffelorchester, Gaffelmarkt, Gaukler, Musikanten und allerlei leibliche Genüsse fürs Seh-Volk, für die Schipper der Gaffelszene das große Hallo des Wiedersehens, vereinzelt feucht, meist fröhlich. Dreieinhalb Tage ist das Bohlwerk Bühne. Für rund 100 historische Segelfahrzeuge aus dem frühen 20. und späten 19. Jahrhundert, die dieses Jahr aus England , Schweden, Dänemark und Deutschland nach Flensburg kommen, und für ihre Crews natürlich auch. Sie kommen seit 1980 an jedem Himmelfahrtswochenende an die Flensburger Förde, um die Rum-Regatta auszusegeln.

Vorsichtshalber ist die Regatta ist als unernste Geschwaderfahrt deklariert: Wer auf der Rennbahn unziemlichen Ehrgeiz zeigt, wird abends bei der Preisvergeudung mit Schmähpreisen eingedeckt. Den begehrten Rum aus der Magnum-Flasche bekommen traditionell immer nur die Zweiten.

Das Plakatmotiv des diesjährigen Treffens verdient genaues Hinschauen. Es ist von dem Dolleruper Comic-Zeichner Kim Schmidt gefertigt und zeigt zu allem entschlossene Gaffelsegler an der Startlinie nebst vielen aufschlussreichen Details. Dazu hat Schmidt auch das Etikett des diesjährigen Regatta-Rums entworfen; wer den hochprozentigen Brand scheut, kann das Motiv auch als T-Shirt erwerben. Kim Schmidt signiert Plakate und T-Shirts am Sonnabend ab 13 Uhr am Infostand des Museumshafens.

Am Sonntag können Küstenbummler das erste segelnde Café der Rum-Regatta unter die Lupe nehmen: Es befindet sich an Bord der „Providentia“, dem Schulschiff der Ostseeschule. Der Ewer segelt die Wettfahrt bereits zum zweiten Mal mit und hatte sich eigentlich auf ein Klassentreffen mit den Hamburger Ewern „Präsident Freiherr von Maltzahn“ und „Landrath Küster“ gefreut, die wegen des nahen Hamburger Hafengeburtstags aber nicht anreisen. Die offizielle Eröffnung des Malgari-Cafés mit Slow-Food-Spezialitäten von Heiko Niehaus und Silvia Sibille, Absolventen der Universität der Gastronomischen Wissenschaften, ist bereits am Himmelfahrtstag, 14 Uhr, am Liegeplatz der „Providentia“ (Harniskai 4).

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