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Broschmann & Finke in Harrislee : Slapstick, Pantomime, virtuoses Spiel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Broschmann und Finke ernten mit ihrem neuen Programm „Wenn schon denn schon“ stürmischen Beifall

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2017 | 07:19 Uhr

Ausverkauftes Haus, am Ende stehende Ovationen: Das neue Comedy-Programm „Wenn schon denn schon“ von Broschmann & Finke hat seine Feuerprobe souverän bestanden. Am Sonnabend feierte das sechste Programm seine Premiere im Bürgerhaus.
Die gut abgemischte Melange aus geistreich Gereimtem, Slapstick und Pantomime, politischem Kabarett und Musik, von jeher Markenzeichen von BroFi, zog auch diesmal.

Auf welche Ideen das Trio auch immer kommt! Der Gärtner beißt ins Gras, der Koch gibt den Löffel ab, der Pastor segnet das Zeitliche – die Serie „Angemessen Sterben“ hatte gefühlt 50 Folgen. Dazu passten komische Todesanzeigen mit passenden Namen, zum Beispiel Leberecht Lange.

Der Manager eines Autokonzerns erhält überraschend Besuch von seinem schlechten Gewissen. „Ach, Dich habe ich ja schon lange nicht mehr gesehen.“ Später geht es gegen Flüchtlinge, und der eine oder andere mag die Luft angehalten haben – bis Michael Wempner klar machte, welche Flüchtlinge er meinte, nämlich Steuerflüchtlinge. Applaus. Die Nummer zu den mittlerweile illegalen Cum-Ex- Geschäften, die den Staat 32 Milliarden Euro gekostet haben, hätte gern etwas vertieft werden können. Wenn schon, denn schon!

Herrlich blöd und albern dagegen die beiden Auftritte des Mandingo-Trios aus Scheggerott. Der Quatsch fängt damit an, dass es mit Holger Obbelode und Dirk Magnussen aus nur zwei Musikern besteht. Ersterer hatte sein Highlight als Helge Schneider, der gern Bundeskanzler wäre. Letzterer hatte viele, einen gewiss als langhaariger Mandingo-Sänger.
Natürlich dürfen Frau Broschmann und Frau Finke nicht fehlen, die Keimzelle der Truppe. Sie widmen sich dem Thema Post und Pakete, landen in ihrem Altweiberdialog irgendwann im Bereich unter der Gürtellinie, was heutzutage nur noch bedingt lachsalventauglich ist. Ganz ohne sexuelle Anspielungen geht es wohl nicht, aber vielleicht sollte man sie mal aus der Fips-Asmussen-Ecke holen. Aber letztlich ist es die Kombination aus Kabarett, Schauspiel – toll die Darstellung der beiden alten Knaben – flachem Witz und virtuosem Spiel, die auch diesen BroFi-Abend ausgesprochen kurzweilig und abwechslungsreich macht. Ein Stückweit wie eine Fortschreibung von Insterburg & Co. Vielleicht erinnert sich der eine oder die andere...

Den Humor und die Selbstironie des Trios zeigt ein ebenso winziges wie witziges Detail im musikalischen Opener, in dem Holger Obbelode ein Solo auf der Querflöte spielt. Als er in Jethro-Tull-Manier versucht, auf einem Bein stehend zu spielen, eilen die beiden anderen herbei und stützen ihn. Tränenlacher! Und Ian Anderson hätte zumindest milde gelächelt.



Nächste Termine: 20., 21., 22., 28., 29. Oktober, 16., 17. Dezember, Bürgerhaus Harrislee. Tickets: Bücher Rüffer, Buchhandlung Hilary, Buchhandlung am Plack

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