Grün in der Altstadt Flensburg : Skurrile Oase für Liebhaber

Diese Flensburgerin engagiert sich und will Müll aus den Grünflächen rund um den Collundtspark entfernen.
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Diese Flensburgerin engagiert sich und will Müll aus den Grünflächen rund um den Collundtspark entfernen.

Collundtspark und Rummelgang leiden unter dem achtlos ins Stadtgrün geworfenen Müll – Besucherin will etwas verändern

shz.de von
27. Juli 2018, 06:41 Uhr

In unmittelbarer Nähe zur nördlichen Altstadt liegen die Grünflächen von Collundtspark und Rummelgang zwischen der ehemaligen Paulus-Paulsen-Schule und der Duburger Straße. Für eine junge Flensburgerin, ist der Park ihre „heimliche Oase“, sie kommt oft her. Der Ort sei ihr über die Jahre ans Herz gewachsen, erzählt die gebürtige Berlinerin. Am westlichen Fördehang befindet sich der 3500 Quadratmeter große Rummelgang neben dem Collundtspark. Er bietet Apfel-, Mirabellen- und Wildkirschbäumen mit seiner Obstwiese ein Zuhause.

Vor kurzem wurden ein Mirabellenbaum und mehrere Brombeersträucher von der Stadt gefällt beziehungsweise geschnitten. Warum genau, weiß die Besucherin nicht. Sie denke nicht, dass der Baum und die Sträucher krank waren. Auf Anfrage erklärte das Technische Betriebszentrum gestern, dass die Mirabelle eine Gefahr für die Sicherheit von Parkbesuchern dargestellt habe und deshalb gefällt worden sei. Die Brombeeren hätten sich rasant verbreitet und wurden daher geschnitten.

Der herumliegende Müll zerstört die Natur im Collundtspark zunehmend: Auf den Grünflächen findet man einen kaputten Kinderroller, einen alten Stuhl sowie eine Gitarre und leere Bierdosen. „Es gibt Stellen, an denen die Pflanzen vor Müll kaum noch sichtbar sind,“ berichtet die Besucherin. „Früher gab es hier Löwenzahn und gelbes Labkraut“, erinnert sie sich. Dass sich Pflanzen und Bäume nicht mehr erholen, liege vor allem am vielen Müll rund um den Park.

„Ich denke, wir haben vor allem ein Kulturproblem; denn viele Leute achten kaum noch auf die Natur.“ Lehrer müssten mit ihren Schülern öfter ins Grüne gehen. Nur so könne das Bewusstsein dafür geschärft werden, dass die Natur schützenswert sei und nicht zerstört werden dürfe.

Für die Besucherin ist klar, dass die wenigen Grünflächen, die noch da sind, behutsamer behandelt und besser geschützt werden müssten.

Sie möchte sich selbst engagieren und die Verantwortung für einen sauberen Park nicht nur auf die Stadt abwälzen: „Demnächst nehme ich mir mal einen Tag, an dem ich mit ein paar Freunden die gesamten Grünflächen um den Collundtspark vom Müll befreie“, verspricht die Besucherin und hebt eine leere Schokoladenpackung auf.

Für sie ist klar, dass Menschen, die ihren Müll einfach in die Natur kippen, über keinerlei Unrechtsbewusstsein verfügen: „Collundtspark und Rummelgang sind doch kostbare Stückchen Erde, wie kann man die Natur nur so schlecht behandeln,“ fragt sie.

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