Nach Festnahme : Skipper sammeln: Flensburger Wurmsucher wieder frei

Dicke Mauern, Gitterstäbe, Stacheldraht: Die Haftanstalt in Flensburg.
In der JVA Flensburg sollte Heiko H. eigentlich 20 Tage absitzen.

Der Flensburger Angler Heiko H. sammelte mitten in der Nacht Regenwürmer. Er wurde festgenommen – aus einem anderen Grund. Skipper des Museumshafens halfen ihm aus der Patsche.

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18. September 2014, 18:20 Uhr

Flensburg | Wundersame Wende in der Wurmsucher-Affäre. Der Flensburger Heiko H. war in der Nacht zu Dienstag von einer Streife der Bundespolizei beim Wurmsuchen im Carlisle-Park ertappt worden. Die Beamten hatten Verdacht geschöpft, weil der 49-Jährige mit einer Kopflampe auf einer Rasenfläche kniete und dort in der Erde wühlte.

Die Beamten sprachen den Mann an, dieser entgegnete wahrheitsgemäß, er würde nach Regenwürmern suchen. Ein Behälter mit etwa 50 bereits gefangenen Exemplaren stand neben ihm. „Vorräte für den Winter“, sagt der passionierte Angler. Als Heiko H. sich nicht ausweisen konnte, befragten die Polizisten den Fahndungscomputer. Sie stellten schnell fest, dass ein Haftbefehl vorlag. Die Staatsanwaltschaft Flensburg suchte den Mann wegen unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen. Konkret: Er hatte ein abgemeldetes Fahrzeug im öffentlichen Raum stehen lassen.

Da er die festgelegte Geldstrafe von 500 Euro nicht zahlen konnte, wurde er hinter Gitter gebracht. In der JVA sollte er eigentlich 20 Tage absitzen. Aber dank einer Solidaritätsaktion von Skippern des Museumshafens, die spontan das geforderte Geld einsammelten, konnte er am Donnerstag das Gefängnis wieder verlassen „Ich bin gerührt und zu Dank verpflichtet“, sagte Heiko H. auf Anfrage. Seine Festnahme beurteilte er als angemessen. Unangemessen sei lediglich, dass die Beamten seine Würmer beschlagnahmt und wieder auf freien Fuß gesetzt hätten.

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