zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

24. Oktober 2017 | 13:54 Uhr

Kommunalwahl : Skepsis an der Wahlurne

vom

Schüler im Kreis sind gut auf die Kommunalwahl vorbereitet - doch nicht alle können damit etwas anfangen.

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2013 | 08:07 Uhr

Schleswig-Flensburg | Morgen ist Kommunalwahl - das weiß vielleicht nicht jedes Kind, aber doch viele, die mindestens 16 Jahre alt sind und einen Wahlzettel in die Urne werfen dürfen. In vielen Schulen im Kreis wurde das Thema Kommunalwahl im Fach Wirtschaft-Politik ganz hoch gehängt, an einigen wurden als Wahlvorbereitung Sonder-Veranstaltungen mit Politikern angeboten. Wie viele Schüler letztlich an die Wahlurne treten, ist jedoch schwer zu sagen.

Jonna Wallenstein aus Nübel und Rasmus Carstensen aus Jübek sind 17 Jahre alt - ob man sie morgen im Wahllokal sieht? "Ich muss mir das alles noch genau ansehen. Es kommt darauf an, von wem meine Interessen wie vertreten werden. Dann entscheide ich, ob ich wähle", so BBZ-Schüler Rasmus. Lornsenschülerin Jonna sagt: "Wir hatten die Wahl im Unterricht, und ich habe auch alles verstanden - mich aber nicht weiter damit beschäftigt." Sie werde aber morgen wählen gehen, mit ihren Eltern, denn etwas aufregend sei das Ganze schon. "Ich werde mich vorher auf jeden Fall noch genauer informieren, denn die Wahl ist wichtig."

Jonna sagt, viele ihrer Mitschüler seien politisch engagiert, würden wählen gehen. Rasmus findet, dass vieles, was Wählergemeinschaften und Parteien äußern, "Schönrederei" sei, deshalb sei er unschlüssig. "Die Programme überschneiden sich oft sehr, das ist sehr schwammig." Er betont: "Sollte ich nicht wählen, beschwer’ ich mich danach aber auch nicht."

An den Schulen im Kreis wurde viel dafür getan, Schüler zum Wählen zu animieren. "Das Thema wird vor einer Wahl wie jetzt im Wipo-Unterricht ganz nach oben gehoben", sagt Rolf Lausen, Direktor der Heinrich-Andresen-Gemeinschaftsschule in Sterup. "Es ist wichtig, dass die Schüler gut Bescheid wissen." Am Bernstorff-Gymnasium in Satrup haben Wahlen und Politik generell einen hohen Stellenwert, sagt Direktorin Dr. Barbara Langlet-Ruck "Unseren Schülern wurden die Hintergründe erläutert, auch die Gremien im Kreis. Selbst im Fach Mathe war die Wahl Thema. Hier wurden die komplizierten Auszählverfahren durchgenommen."

Laut Evelyn Wolff, Wipo-Lehrerin an der Struensee-Gemeinschaftsschule Satrup, ist es bei der Vorbereitung von Schülern auf die Kommunalwahl wichtig, ihnen Lokal-Politik anschaulich näherzubringen, sonst könnten sie nur wenig damit anfangen. Beispiele wie "Was muss in meinem Dorf passieren, damit eine Skateranlage errichtet wird" oder "Wie kann plötzlich eine Biogasanlage entstehen?" seien in ihren Unterricht eingeflossen. Sie denkt jedoch, dass nicht alle Schüler wählen gehen, weil ihnen noch der direkte Bezug zur Politik fehlt. An der Lornsenschule in Schleswig wird ab der 8. Klasse Unterricht in Wirtschaft-Politik erteilt. "Das ist nicht überall so, deshalb sind unsere Schüler besonders gut vorbereitet und aufgeklärt", sagt Schulleiterin Erdmut Fox. Erstwähler hätten zudem auf Initiative der Schülervertretung an einem Tag die Möglichkeit gehabt, sich mit Vertretern aller Parteien an einen runden Tisch zu setzen. "So konnten sie sich informieren, was speziell in Schleswig politisch derzeit passiert", so Fox.

In der Klaus-Harms-Schule in Kappeln hängen seit geraumer Zeit Plakate - natürlich keine Parteiwerbung, sondern solche, die Schüler zum Urnengang ermutigen sollen. Leiter Thomas Hellmuth findet es wichtig, dass die Schüler bei der vom Kreisjugendring organisierten Podiumsdiskussion mit Kommunalpolitikern die Möglichkeit hatten zu erfahren, wie Politik abläuft. "Sie konnten viele Fragen stellen, das ist eine ganz persönliche Art und Weise für sie, an die Wahl herangeführt zu werden." An der Alexander-Behm-Schule in Tarp haben alle Neuntklässler an einer 14-tägigen Unterrichtseinheit zur Wahl und an der Veranstaltung " Jung und wählerisch" von der Bundeszentrale für politische Bildung teilgenommen. Direktor Gerhard Kirschstein: "Einige Schüler konnten so zum Wahlgang motiviert werden, der größere Teil steht der Teilnahme aber reserviert und unentschlossen gegenüber."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen