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Stadtplanung in Flensburg : Sinnerup plant jetzt größer

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

An der Angelburger Straße sollen jetzt vier statt drei Häuser umgebaut werden - eine Überdachung und Nutzung der Höfe ist geplant.

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2017 | 16:03 Uhr

Nicht viel hat sich verändert am traurigen Erscheinungsbild der drei Häuser an der Angelburger Straße. Am Haus Nr. 13 hat sich kürzlich ein größeres Stück der Putzfassade verabschiedet. Ansonsten: Leerstand, vernagelte Türen, geklebte Plakate und ein komplett verbrettertes Erdgeschoss vor Haus Nr. 15. Kein Aushängeschild für eine eigentlich allerbeste City-Lage ein paar Schritte vom Südermarkt entfernt.

Doch jetzt gibt es Bewegung. Am Dienstag hat der Umwelt- und Planungsausschuss eine Änderung des Bebauungsplans „Südermarktpassage“ in einigen wesentlichen Punkten auf den Weg gebracht. Damit rückt die Stadt von einem früheren Tabu ab: Jetzt müssen nicht mehr alle Gebäudeteile erhalten bleiben. Auch ein Teil der Höfe hinter den Häusern darf demnach mit überbaut werden. In Gegenzug erhofft sich die Stadt dafür die lang ersehnte Wiederbelebung dieses wichtigen Teils der Innenstadt.

Damit die Firma Sinnerup, die derzeit noch in der Flensburg-Galerie als Ankermieter eine große Fläche bespielt, sich in die historischen Häuser in unmittelbarer Nachbarschaft verlagern kann, plant sie den Zukauf des Hauses Nr. 9 (Foto ganz links). Außerdem sollen drei kleinere derzeit freie kleinere Hofflächen, die nicht öffentlich einsehbar oder zugänglich sind, überbaut werden, um sie als Ladenfläche zu nutzen. Auf diese Weise komme Sinnerup zu erforderlichen Flächengröße, erläuterte Denkmalpfleger Eiko Wenzel, der zusammen mit Henrik Gram das komplizierte Projekt seitens des Denkmalschutzes betreut.

„Es ist toll, dass sich Sinnerup dieser Fläche annimmt“, betont Wenzel. Mit der Umsetzung könne die Angelburger Straße „entscheidend aufgewertet werden“, sagte Chefplaner Peter Schroeders am Dienstag im Ausschuss. „Ich hoffe sehr, dass daraus etwas wird.“ Für ihn sei das Projekt die „Rückgewinnung eines Stückes städtebaulicher Qualität“.

In den Höfen der Häuser Nr. 9 und 11 sei die Bausubstanz in einem schlechten Zustand; ein kleiner Querspeicher von 1830 müsse wohl verschwinden. Die Vorderhäuser Nr. 13 und 15 – die beiden ältesten Häusern – müssen erhalten bleiben. Bei den weniger bedeutenden Häusern 9 und 11 – wobei Nr. 9 noch nicht im Besitz von Sinnerup ist – könne man sich vorstellen, so Wenzel, dass man eines abreiße, um auf diese Weise einen Baustellenzugang in den Hofbereich zu erhalten. Es würde anschließend im gleichen Stil wieder aufgebaut.

„Ein größerer Substanzverlust ist unvermeidbar“, räumt Wenzel ein. „Aber wir haben die große Chance, diese Häuser wieder in Nutzung zu bringen.“ Ein Teil des Hofes soll mit einem Glasdach versehen werden, unter Umständen sogar über Gebäudeteilen. Im Inneren der beiden älteren Häuser sei es vor allem eine alte Barocktreppe, die erhalten werden müsse.

Im Rathaus hofft man, dass die untere Angelburger Straße mit der Änderung der Pläne endlich aufgewertet werden könne; es fehle dann nur noch die Schließung der Baulücke Nr. 26. Dieses Haus sei vor über zehn Jahren abgerissen worden, nachdem dort seit den 70er Jahren nichts mehr gemacht worden sei. Zuletzt hatte ein Schwammbefall dem Haus den Rest gegeben.

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