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Flensburger Tageblatt

12. Dezember 2017 | 21:24 Uhr

„Sine“ setzt die Retter in Marsch

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Einsatzleitstelle Harrislee ist über ein Alarmierungssystem mit dem dänischen Rettungswesen vernetzt

Das alte Faxgerät mit integriertem Nadeldrucker knattert los. Aus Dänemark ist just ein Notfall in Grenznähe gemeldet worden. Papier schnell abreißen, so gut und schnell wie möglich die Angaben entziffern, dann ins Deutsche übersetzen und von deutscher Seite aus Maßnahmen einleiten. Was sich anhört wie eine antiquierte grenzüberschreitende Alarmierung in den 80er Jahren, war vor gerade einmal einem halben Jahr noch aktuell.

Sacha Münster, stellvertretender Leiter der kooperativen Regionalleitstelle Harrislee, muss selbst noch schmunzeln, wenn er an die veraltete Verbindung zu den dänischen Stellen denkt.

Nach politischem Druck gehören die Verbindung und der nostalgische Faxdrucker zum Glück der Vergangenheit an. Nachdem im Feuerwehrwesen bereits eine direkte Anbindung an das dänische Alarmierungssystem „Sine“ erfolgte, ist die neue Regionalleitstelle in Harrislee über das System „SimaOffice“ nun auch direkt mit dem dänischen Rettungswesen vernetzt.

Wenn bei einem Zwischenfall im Grenzgebiet von Tondern bis Krusau/Kollund ein Notarzt- oder Rettungswagen aus Deutschland angefordert wird, erfolgt die entsprechende dänische Mitteilung direkt über das SimaOffice-System. Das hat sich bislang bewährt. Mit dem neuen System geht es schneller und vor allem auch genauer. Im Schnitt einmal pro Tag wird ein grenzüberschreitender Einsatz gefahren.

„In der Regel ist immer jemand im Hause, der die dänische Sprache versteht“, so Sacha Münster. Sollte das ausnahmsweise nicht der Fall sein, werde auf Englisch mit der dänischen Einsatzzentrale Rücksprache gehalten.

Aktualisierungen und Änderungen für den Einsatz auf dänischer Seite werden auf dem Sima-Bildschirm in der Harrisleer Leitstelle angezeigt. Auch das wird als großer Vorteil angesehen.

Mitarbeiter der Leitstelle müssen die dänischen Angaben allerdings noch für die interne Alarmierung neu eingeben. „Es gibt hier noch keine deutsch-dänische Schnittstelle. Auch das, so hoffen wir, wird aber bald kommen“, so Sacha Münster.


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