Oberbürgermeisterwahl in Flensburg : Simone Lange: Drei Fraktionen – eine Kandidatin

„Ich bin ein Vorschlag“: Ex-Ratsfrau Simone Lange möchte als Oberbürgermeisterin ins Rathaus zurückkehren.
„Ich bin ein Vorschlag“: Ex-Ratsfrau Simone Lange möchte als Oberbürgermeisterin ins Rathaus zurückkehren.

Simone Lange will Flensburgs erste Oberbürgermeisterin werden – und wird von ihrer SPD, den Grünen und der CDU unterstützt.

shz.de von
28. Juli 2015, 23:30 Uhr

Flensburg | Politischer Paukenschlag mitten in der Sommerpause: Für Amtsinhaber Simon Faber (SSW), der seine Kandidatur bereits beim SSW-Parteitag Ende April angekündigt hatte, gibt es jetzt eine ernsthafte Gegenkandidatin für die Oberbürgermeisterwahl im kommenden Jahr – Flensburgs SPD-Landtagsabgeordnete Simone Lange (38). Nicht nur die Findungskommissionen von SPD und Grünen zur OB-Wahl sowie die Vorstände beider Parteien wollen Lange ihren Mitgliederversammlungen im September als gemeinsame Kandidatin vorschlagen. Auch die Kommission der CDU hat sich auf Lange als gemeinsame Kandidatin verständigt. „Die Entscheidung trifft aber der Kreisparteitag“, sagt CDU-Fraktionschef Frank Markus Döring. Vorher tagt am 31. August der CDU-Vorstand, um eine Empfehlung abzugeben. Döring lässt durchblicken, dass die CDU mit der Einigung auf die SPD-Kandidatin die Erwartung verbindet, dass die CDU sich in der einen oder anderen Frage politisch eher durchsetzen werde. Die drei Fraktionen von CDU, SPD und Grünen haben rechnerisch im Rat eine gemeinsame Mehrheit: „Ich habe die Hoffnung, dass dies der inhaltlichen Politik hilft.“

SPD-Fraktionschef Helmut Trost betonte gestern, bei der SPD habe die Mitgliederversammlung am 24. September das letzte Wort. Mit der Kandidatin Simone Lange verbinde man die Hoffnung, dass Flensburg bei wichtigen Themen seine Gestaltungskraft wiederfinde: „Wir wissen, dass Flensburg sich derzeit unter Wert verkauft“, sagte Trost. Die Zersplitterung mit neun Kandidaten bei der vergangenen Wahl sei nicht hilfreich gewesen.

Grünen-Fraktionschefin Ellen Kittel-Wegner wollte die gemeinsame Kandidatin nicht als Misstrauensvotum gegen OB Faber verstanden wissen: „Es ist ein Vertrauensvotum in das, was die Kandidatin möglicherweise vertritt.“

Simone Lange erklärte auf Tageblatt-Anfrage, dass sie sich freue über das Vertrauen, dass ihr die Spitzen von Rot, Grün und Schwarz entgegenbrächten, erklärte aber auch, dass das Verfahren noch offen sei: „Ich bin ein Vorschlag.“ Die Chance, in Flensburg in leitender Funktion zu gestalten, reize sie aber sehr: „Schon als Polizeibeamtin habe ich die Stadt gut kennenlernen können.“

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