Landestheater in Flensburg : Silberne Maske für eine Tänzerin

Charaktervoll und ausdrucksstark: Preisträgerin Anja Herm.
Charaktervoll und ausdrucksstark: Preisträgerin Anja Herm.

Anja Herm ist die Preisträgerin des diesjährigen Künstlerpreises der Flensburger Theaterfreunde

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18. Juni 2018, 14:29 Uhr

Lange konnte er den Namen nicht mehr geheim halten: Spätestens, als Frank Jähnig verriet, dass die Preisträgerin seit der Spielzeit 2010/2011 festes Ensemblemitglied im Ballett des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters ist, wussten wohl die meisten, um wen es geht. Am Ende der letzten Vorstellung des Stückes „Backstage“ im Flensburger Stadttheater zeichneten die Flensburger Theaterfreunde und ihr Vorsitzender Jähnig die Tänzerin Anja Herm mit der Silbernen Maske aus.

Dieser Preis, sagte Laudator Jähnig, werde seit 1991 jedes Jahr an Persönlichkeiten vergeben, „die sich durch herausragende künstlerische Leistungen für das Schleswig-Holsteinische Landestheater und Sinfonieorchester verdient gemacht haben“. Anja Herm habe mit ihrer „außergewöhnlichen Charakterisierungskunst und mit großer Ausdrucksvielfalt die verschiedensten Figuren in Ballett-Werken dargestellt und sich dadurch große Bewunderung beim Flensburger Publikum und der Presse erworben“, lobt der Vorsitzende der Theaterfreunde und erinnerte an Herms Auftritte in den Rollen der Fleur de Lys in „Der Glöckner von Notre Dame“, die weibliche Titelpartie in Prokofjews „Romeo und Julia“, an Klara in Tschaikowskys „Der Nussknacker“ und die Katze in Katharina Torwestens Kinderballett „Die Bremer Stadtmusikanten“.

Jähnig stellte den Besuchern, die Herm noch nicht kannten, näher vor. Vor ihrer Zeit in Flensburg war die gebürtige Berlinerin von 2004 bis 2010 am Nordharzer Städtebundtheater in Halberstadt, wo sie unter anderem als Blauer Vogel, Cinderella, Ophelia und in einem Tango-Abend von Miguel Cartagena zu sehen war. In der Spielzeit 2003/2004 war sie als Tänzerin am Theater Magdeburg engagiert. „Sie verfolgten zielstrebig Ihren Traum als Balletttänzerin“, sagte der Laudator. Seit Anja Herm vier ist, tanze sie und trat bereits 1989 in ihrer Heimatstadt mit dem Kinderballett in der Deutschen Oper Berlin in Erscheinung. Seit 1995 folgten Auftritte im Rahmen der Ausbildung an der Staatlichen Ballettschule Berlin und Auftritte in der Deutschen Staatsoper Unter den Linden und der Deutschen Oper Berlin. Nach dem Besuch der Tanzakademie von Tatjana Gsovsky und Gerd Reinhold sowie der Staatlichen Ballettschule Berlin machte sie 2003 ihren Abschluss als staatlich geprüfte Bühnentänzerin.

In Flensburg wird Anja Herm mit ihrer Verkörperung der Édith Piaf in Miguel Cartagenas Tanztheaterabend „Piaf“ in Erinnerung bleiben. 2015/2016 übernahm sie die Hauptrolle (Marquise de Merteuil) in Katharina Torwestens Tanztheaterabend „Gefährliche Liebschaften“ und stellte die Schlange dar in „Das Dschungelbuch“. Im Namen der Flensburger Theaterfreunde dankte Jähnig der heute 33 Jahre alten Preisträgerin für ihr künstlerisches Engagement und wünschte Anja Herm für die Zukunft alles Gute, denn die Tänzerin beende ihre aktive Ballett-Karriere am Ende dieser Spielzeit. Letzte Gelegenheit, sie im Landestheater zu erleben, ist die letzte Vorstellung von „Backstage“ am 23. Juni um 19.30 Uhr in Rendsburg.

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