Handewitt : „Siedlungsdruck“ in Handewitt

Mehr als 100 Handewitter waren zur Einwohnerversammlung erschienen.
Mehr als 100 Handewitter waren zur Einwohnerversammlung erschienen.

Eine Einwohnerversammlung offenbart reges Interesse an Bauplätzen in neuem Wohngebiet.

shz.de von
30. Juni 2017, 13:39 Uhr

Handewitt | Wie läuft die Vergabe? Wann geht es los? Von den gut 100 anwesenden Bürgern kamen in der jüngsten Handewitter Einwohnerversammlung konkrete Fragen zum neuen Wohngebiet, das westlich des Baumarkts und des Wiesharder Markts entstehen wird. Die Politiker indes hatten auf Anregungen gehofft. Bürgermeister Thomas Rasmussen sah in dem Fragebedarf einen Beleg für den „Siedlungsdruck“, der in der 11  000-Einwohner-Kommune herrsche. „Wir sind eine von ganz wenigen Gemeinden, die bis 2030 von einem Bevölkerungswachstum ausgehen müssen“, erklärte er. „Schon jetzt ist die Interessentenliste so lang, dass wir für viele Grundstücke mit einem Losverfahren rechnen.“

Auf 7,8 Hektar werden 160 bis 180 Wohneinheiten entstehen. Senioren, Sozialschwache, Familien, Singles und Zuwanderer sollen berücksichtigt werden. „Wir wollen eine gesunde Durchmischung“, skizzierte Thomas Rasmussen einen Entwurf. „Das sieht nach vielen Einwohnern, aber nur wenigen Parkplätzen aus“, mahnte der Handewitter Dieter Jedtke an. Die Verkehrserschließung soll nun im kommunalen Planungs- und Umweltausschusses behandelt werden.

Warum wird immer im Ortsteil Handewitt gebaut? Rasmussen: „Wir haben nur drei Siedlungsschwerpunkte. Beim nächsten Mal sind Flächen in Weding oder Jarplund denkbar.“

Die große Ortsumgehung, nördlich des Scandinavian Parks und des Ortsteils Unaften, hat Handewitt bis auf Weiteres aufgegeben. Nun soll die Bundesstraße 199 von der Autobahn bis zur Kreuzung, in die Alter Kirchenweg und Ellunder Straße einmünden, vierspurig ausgebaut werden. Die Realisierung ist laut Rasmussen in zwei bis drei Jahren möglich. Für Unaften werde es allerdings auf absehbare Zeit keine Entspannung geben. „Wir wünschen uns, dass unser Ort umfahren wird“, klagte ein Anlieger. „Es werden immer mehr Laster, und es ist kein Zustand, wie die Kinder für den Schulbus die Straße queren müssen.“ Vielleicht helfe eine Ampel.

Beim Ortszentrum mussten die Offiziellen einen Stillstand einräumen. Nach einer zweiten Ideenbörse mit Bürgern im Juli 2016 wurde das Projekt, das Gemeinde und Raiffeisenbank gemeinsam realisieren wollten, nichtöffentlich in einem Arbeitskreis beraten. „Wir sind nun an einer Stelle, an der das Konzept nicht umgesetzt werden kann“, räumte Rasmussen ein. „Es gibt unterschiedliche Auffassungen der beiden Grundstückseigentümer.“ Nun wird die Fläche wahrscheinlich in zwei unterschiedlichen Verfahren entwickelt?

SSW-Urgestein Peter von der Wehl sprach sich dafür aus, auf allen Ortschildern Handewitt fett zu drucken und die Namen der Ortsteile nur noch nachrangig zu berücksichtigen. Damit solle ein Zusammengehörigkeitsgefühl gefördert werden. Der Vorschlag verfehlte die nötige Stimmenzahl.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen