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Niederdeutsche Bühne : Sieben Spielzeiten gesichert

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Kooperation zwischen Stadt und Niederdeutscher Bühne wird fortgesetzt. Premiere der Komödie "Keerls dörch un dörch" ein riesiges Vergnügen.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 07:19 Uhr

Flensburg | Schon der Auftakt der letz-ten Premiere dieser Spielzeit der Niederdeutschen Bühne im Flensburger Stadttheater gestaltete sich besonders und wurde mit großem Applaus bedacht: Im Beisein der Fördervereinsvorsitzenden Enno Brink und Torsten Sprenger sowie Theaterchef Rolf Petersen unterzeichnete Oberbürgermeister Simon Faber den Vertrag über den Fortbestand der Kooperation zwischen Stadt und NDB und sicherte damit die kommenden sieben Spielzeiten. Vor 17 Jahren wurde die ehemals städtische Bühne privatisiert. Dass dies nachhaltig gelungen sei, liege an der Treue des hiesigen Publikums und den für Theatervergnügen sorgenden vielen Ehrenamtlern auf und hinter der Bühne, dankte Brink.

Was dann mit der Komödie "Keerls dörch un dörch" von Kerry Renard (plattdeutsch von Heino Buerhoop) unter perfekter Regie von Theaterschulleiter Klaus Esch folgte, war wahrlich Theaterspaß der Extraklasse. Ob es das jemals an der NDB gegeben hat? Zugabe-, Zugabe-Rufe nach einer Premiere? Stehende Ovationen auf Anhieb und tosender Jubel ließen nicht locker, bis die gefeierten Kerls wieder zu Playbackhits über die Bühne stöckelten.

Ja, stöckelten: Sie haben ein gutes Herz, die vier Paketboten vom Treene-Transport. Um die teure Operation der Tochter des eigentlich ungeliebten Chefs zu ermöglichen, starten sie ihre "Treenetransentravestie". Schon das langsame Herantasten, das peinliche Anprobieren von BH und "sexy Kledasch", die Stöckelschuh-Gehübungen an der Sackkarre werden zum Genuss und bieten Anlass in Fülle für herzliches, unbeschwertes Lachen und Szenenapplaus. Bodenständig sympathisch eingebettet in den Lebensalltag der Männer entfaltet sich die Geschichte bis zur glamourös glitzernden, furiosen, witzig wunderbaren Show. Günter Herrmann, Thomas Boelk, Manfred Schrader, Nils-Holger Koch als Paketjungs Georg, Hinnerk, Paul und Manuel, dazu Bent Larsen als Versandleiter, später Conférencier, und Doris Müller als Hinnerks Mutter und resolute Tran-sentrainerin: Sie alle wachsen über sich hinaus, sind jeder für sich schauspielerisch, mimisch, gestisch eine Wucht. Boelk verführerisch als wasserstoff-blonde Marilyn Monroe, mit den obligaten Rosen aus Athen als Nana Mouskouri, Schrader als verruchte Zarah Leander, Herrmann als süße Mireille Mathieu; in sexy Straps, geradezu akrobatisch, räkelt sich Koch als Liza Minelli. Herrlich kontrastieren die Frauenstimmen zu den männlichen Zügen der aufgebrezelten "Damen".

"Willkommen, bienvenue" lädt Larsen mit roten Wangen und Lippen ins Cabaret. Doris Müller mimt Hans Albers und seine "Reeperbahn nachts um halb eins", bis die Zuschauer mitsingen und allerbeste Laune die letzte Ecke des Stadttheaters erfasst. Mit Norbert Drossel (Bühnenbild der backsteinernen Werkhalle), Sandra Pottschien mit Kostümen, Stephan Grühn (Choreografie) bietet das Ensemble der "Keerls" feinsten Theatergenuss und jede Menge für Auge und Ohr. Eins mit Sternchen für diese Aufführung.

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