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Zukunft Flensburg : Sieben Ideen für die Hafen-Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vom Büro-Kubus bis zum Kletter-Turm: Parallel zum politischen Prozess werden konkrete Ideen für einzelne Gebäude entwickelt

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2017 | 06:59 Uhr

Den Zündstoff hatten sich die Veranstalter bis zum Schluss aufbewahrt: Als der Flensburger Yachtservice seine Pläne und Ideen für Erweiterung und Verlagerung seiner Aktivitäten vorstellte, gab es Widerspruch und kritische Fragen seitens der ehrenamtlich geführten Segelvereine im Industriehafen, die sich von den Profis des Yachtservice an den Rand oder gar aus dem Hafen gedrängt fühlen. Da gibt es noch reichlich Gesprächsbedarf.

Was passiert am Hafen-Ostufer? Das war die Ausgangsfrage der gut besuchten Informationsveranstaltung der Gesellschaft für Stadterneuerung im Yachting Heritage Center – einem Ort mitten im Zentrum künftigen Geschehens, der schon fertig ist und eine Messlatte für eine zukunftsweisende Entwicklung im östlichen Hafenquartier aufgelegt hat. Während die Stadt seit rund zwei Jahren die politisch gewünschten und gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtveranstaltungen wie „Vorbereitende Untersuchungen“ und zahlreiche Workshops mit Öffentlichkeitsbeteiligung absolviert, arbeiten private Akteure wie Architekten, Unternehmer, Entwickler und andere kreative Köpfe an konkreten Projekten am Hafen; sieben von ihnen wurden jetzt öffentlich präsentiert – darunter keines für die Harniskaispitze.

Die Projektskizzen reichen von vage und visionär bis sehr konkret. So möchte Torsten Koch (Bauplan Nord) noch in diesem Jahr einen Bauantrag für den Umbau des Stadtspeichers stellen. Hier sieht er eine Büronutzung bei behutsamer Umgestaltung der geschützten Fassade. Auch der Yachtservice möchte bald aktiv werden. Kern seiner Pläne ist eine Schwerpunkt-Verlagerung auf die Ostseite des Industriehafens. Dabei soll nach Vorstellungen von Eigentümer Jan Opländer der Fuß- und Radweg in die Böschung verlegt werden, damit Passanten und Radler den Bootsverkehr nicht stören. Geplant ist ein Travellerlift, um Boote ins Wasser zu bringen und umgekehrt. Der benötigt Platz.

Für das heruntergekommene Haus Ballastkai 10a zwischen Werftkontor und Silos gibt es konkurrierende Planungen: die schon vor Jahren vorgestellte des Eigentümers Kay-Uwe Petersen, der hier inzwischen jedoch eher Wohnbebauung als ein Hotel sieht, und ein kühner Büro-Entwurf der Architekten Holt und Nicolaisen, der deutlich niedriger ausfällt. Aus dem Publikum kam vereinzelt lautstarker Protest gegen die Höhe der von den Architekten G2R skizzierten Wohnbebauung.

Für die hafenauswärts folgenden Silos der HaGe stellten Jörg Petersen und Thore Feddersen ihre Ideen einer Umnutzung und weitgehendem Erhalt der baulichen Strukturen einschließlich der Hochsilos vor. Ihr Projekt fußt auf Untersuchungen und ersten Ideen aus den Jahren 1999/2000 und sieht vor allem bezahlbaren Wohnraum auf rund 20  000 Quadratmetern vor. Nur im mittleren Bereich planen sie einen weitgehenden Abriss und Neubau. Sie zeigten eine Reihe von Vorbildern umgenutzter ehemaliger Silo-Gebäude.

Der Unternehmer Thorsten Biallas möchte im Schuppen 8 sechs Nutzungen unterbringen: Destillerie, Gastronomie, Startup-Center, Business-Center, Appartements und Shop-in-Shop-Fläche. Er konzentrierte sich auf Inhalte und hatte noch keine baulichen Skizzen dabei.

Und schließlich stellte Jens Koll für den TSB Flensburg seine Ideen für eine Kletterhalle mit dem Arbeitstitel „El Capitan“ im Hübsch-Speicher am Harniskai vor. Er sieht hier große Chancen für eine touristische Attraktion und eine Erweiterung des Sportangebots in der Stadt. Die Tischlerei im Hübsch-Speicher sei von den Plänen nicht betroffen.

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