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Stadtschülerrat : Sie wollen mit lauter Stimme sprechen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Teilnahme-, Rede- und Antragsrecht in der Ratsversammlung und in den Ausschüssen

Der Stadtschülerrat frohlockt. In der letzten, von ihnen mit Spannung erwarteten Sitzung des Hauptausschusses wurde eine Entscheidung gefällt, die ihnen mehr Kompetenzen bei politischen Entscheidungen einräumt. Auf Antrag der Grünen-Fraktion wurde ihnen ein Teilnahme-, Rede- und Antragsrecht sowohl in der Ratsversammlung als auch in den Fachausschüssen eingeräumt. Das gilt auch für die nicht-öffentlichen Tagesordnungspunkte.

Das Recht wird dem jeweils Vorsitzenden zugesprochen – das ist aktuell Paul Riedlinger von der Kurt-Tucholsky-Schule. „Wir sind darüber sehr glücklich“, sagt der 19-Jährige, „haben aber auch lange genug darum gekämpft.“ Josefine Feldner, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr beim Kinder- und Jugendbüro der Stadt absolviert und beim Schülerrat als Koordinatorin tätig ist, stimmt ein. „Es ist etwas ganz Besonderes für uns, denn vorher mussten wir auf den Besucherstühlen Platz nehmen. Jetzt sitzen wir mit am Tisch.“ Nun also könne man direkt mitwirken und mitbestimmen. Analog dem Seniorenbeirat wird dem Vertreter allerdings kein Stimmrecht gewährt.

Anliegen des Stadtschülerrats mussten zuvor immer über die Fraktionen eingebracht werden. Keine glückliche Lösung. Denn das Gremium ist überparteilich. „Jetzt können wir uns selbst vertreten“, freut sich Paul Riedlinger. Er stellt zudem klar, dass man sich nur gegenüber den Schülern verpflichtet fühle. Kein Vergleich also mit Kinder- und Jugendbeiräten, wie es sich in anderen Städten und Kreisen gibt. Der Vorsitzende weiß, dass das politische Interesse in der Schülerschaft stark schwankend ist. Insofern werde man die Stimme nicht kontinuierlich erheben können. „Aber wir haben ja nicht die Pflicht, sondern das Recht, es zu tun“, baut der Abiturient vor.

Der Stadtschülerrat speist sich aus jeweils zwei Delegierten aller weiterführenden Schulen – Duborg Skolen ist im ersten Jahr dabei. Insgesamt sind es also 28 Mitglieder, die sich jeden ersten Monat im Monat zu einer internen Ratssitzung treffen, um sich über schulische Themen auszutauschen. Es gibt dabei die Arbeitskreise Politik, Kampagne und Veranstaltungen. Jüngstes Produkt war ein Flyer zur OB-Wahl, ansprechend gestaltet, kurze Interviews mit den Kandidaten und ergänzende Infos. „Damit wollten wir Jungwähler motivieren, sich zur Urne zu bewegen“, sagt Josefine Feldner. Heute trifft man sich mit Olaf Carstensen, dem Leiter des Büros für Grundsatzangelegenheiten, um darüber ins Gespräch zu kommen, wie die neu erworbenen Rechte konkret ausgestaltet werden können. Themen, die dem Schülerrat besonders unter den Nägeln brennen, sind die Renovierung von Schulsubstanz, die in die Jahre gekommen ist, die Unterstützung der Schülervertretungen mit angemessenen Räumen und finanziellen Mitteln sowie die Etablierung neuer Kreisschülervertretungen. Da existiert einiger Nachholbedarf. Von 16 möglichen Kommunen gibt es sie neben Flensburg bislang nur in Stormarn und Lübeck. „Auch am Herzen liegt uns eine bessere Interaktion zwischen den verschiedenen Schulformen landesweit, um Erfahrungen auszutauschen“, sagt Paul Riedlinger.

Ein aktuelles Projekt, das der Schülerrat begleitet, ist der Vorentscheid zum Wettbewerb „Talented“ am 14. Juli um 19 Uhr in der Aula der Freien Waldorfschule. Eine Show des besten musikalischen Nachwuchses, den schon prominente Juroren wie die gestandenen Mannen von Santiano letztes Jahr begutachtet haben. Neben der Waldorfschule sind die Käte-Lassen-Schule, das Fördegymnasium und das Alte Gym dabei. Bands wie Solisten können teilnehmen. Es winken hochwertige Preise – und die Qualifikation für den Landeswettbewerb.

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erstellt am 13.Jun.2016 | 11:10 Uhr

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