Auszeichnung : „Sie sind meine Engel“

Vorbildliches Engagement: Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar  überreichte die Auszeichnungen an die Waldjugend und das Ehepaar Keller.
Vorbildliches Engagement: Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar überreichte die Auszeichnungen an die Waldjugend und das Ehepaar Keller.

Kinderfreundlichkeitspreis der Stadtwerke geht an Flensburger Waldjugend und eine selbstlos handelnde Familie aus Hürup

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21. November 2013, 18:42 Uhr

Die Diagnose war niederschmetternd. Im Januar dieses Jahres erfuhren die Eltern von Philipp Köster, dass ihr Sohn an Krebs erkrankt war. Philipp war gerade einmal 14 Jahre alt, als er sich den Strapazen einer Chemotherapie unterziehen musste. Eine schwere Zeit für die ganze Familie. Eine Zeit, in der die Nachbarn nicht zögerten, Hilfe zu leisten.

Heike und Sönke Keller sowie ihre Kinder Mara (19) und Kim (16) kümmerten sich um den kleinen Bruder von Philipp, wenn die Mutter, wie so oft, mit dem kranken Kind in die Klinik nach Kiel fahren und der Vater arbeiten musste. Sie holten ihn vom Kindergarten ab, sie spielten mit ihm, gingen mit ihm spazieren, kochten für ihn. Dafür ist Ines Köster unendlich dankbar. „Sie sind meine Engel. Meinem Philipp war es so wichtig, dass er wusste, dass es seinem kleinen Bruder gut geht.“

Für dieses Engagement wurde die Familie aus Hürup gestern mit dem Kinderfreundlichkeitspreis 2013 ausgezeichnet. Er ist mit insgesamt 2000 Euro dotiert und wurde zum sechsten Mal von den Stadtwerken Flensburg vergeben; die Organisation der Vergabe hat das Bündnis für Familie in der Region Flensburg übernommen.

Ebenfalls geehrt wurde die Waldjugend Flensburg. Wiebke Molzen, Mutter von Kjell, hatte die Naturschutz-Organisation für den Preis vorgeschlagen und skizzierte deren Arbeit: Sie pflegt die Wälder, begleitet Naturprojekte und unterstützt Forstarbeiten. Und: Sie fördert den Gemeinschaftssinn der Kinder, Rücksichtnahme und Toleranz. „Man muss immer was tun – und kann trotzdem Spaß haben“, zitierte sie ein Mitglied. Und ergänzte: „Sie haben keine Berührungsängste mit Flora und Fauna“, und das ist in unserer technisierten Welt nicht selbstverständlich.“ Auch die Waldjugend erhält 1000 Euro – Geld, das sie dringend braucht, um ihre Hütte in der Marienhölzung auf Vordermann zu bringen.

Die Urkunden wurden in einer kleinen Feierstunde überreicht von Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar. Sie holte in ihrer Ansprache etwas weiter aus. „Das muss ich, weil es wichtig ist. Kinderfreundlichkeit ist ein zentrales gesellschaftliches Anliegen.“ Sie plädierte für ein funktionierendes Betreuungssystem in der Stadt. „Es reicht eben nicht aus, die Kinder nur unterzubringen, damit ihre Eltern für ein wachsendes Bruttosozialprodukt arbeiten können“, sagte sie. Wichtig sei vielmehr, dass für Kinder günstige Angebote in Bereichen wie Kultur und Sport geschaffen würden. Die Stadt sei bestrebt, dafür die Grundlagen zu schaffen. „Was die Gesellschaft daraus macht, liegt in den Händen engagierter Bürger.“

Engagiert ist Lukas Theveßen, Elftklässler des Alten Gymnasiums. Mit seinen 16 Jahren hat er Verantwortung für die Gruppe der Waldjugend übernommen – und das trotz sportlicher Verpflichtungen und in Zeiten von G8 . „Sie macht es mir aber auch leicht“, sagt er.

Philipp Köster ist unterdessen auf dem Weg der Besserung. Schon nach den Sommerferien konnte er wieder die Schule besuchen. „Man sieht ihm die Krankheit nicht mehr an“, freut sich Ines Köster. „Es geht bergauf!“


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