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Kriminalität : Sicherheit: Flensburg ist Vizemeister

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Trotz leicht steigender Fallzahlen: Im Norden ist die Kriminalitätsrate niedrig und die Aufklärungsrate hoch. Nur Kiel ist besser.

Flensburg | Die schlechte Nachricht: Es gibt immer noch Kriminalität in Flensburg. Die gute: Flensburg ist hinter Kiel immer noch die zweitsicherste kreisfreie Stadt in Schleswig-Holstein. Der von der Polizeidirektion Flensburg gestern veröffentlichte Kriminalitäts-Jahresbericht vermeldet zwar einen Anstieg der Straftaten um 878 auf 9754 im vergangenen Jahr, doch der größte Teil ist der großen Wanderbewegung der Kriegsflüchtlinge geschuldet. 615 dieser Straftaten richteten sich nicht gegen Leib, Leben oder Eigentum, sondern bilden lediglich den ausländerrechtlich relevanten Fall eines Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz ab, der immer dann eintritt, wenn jemand in Deutschland einen Asylantrag stellt.

Damit befindet sich die Zahl der registrierten Straftaten tendenziell weiter auf niedrigem Niveau, so Matthias Glamann, Sprecher der für die Landkreise Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und Flensburg zuständigen Direktion. Dem leichten Anstieg der Fallzahlen steht eine höhere Aufklärungsquote gegenüber. In Flensburg wurden 55,9 Prozent der angezeigten Straftaten aufgeklärt.

Herausragend in der Statistik sind freilich zwei kapitale Deliktbereiche: 2014 ermittelte die Polizei in sechs Tötungsdelikten, zudem hatte die Statistik in den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung einen deutlichen Anstieg um 20 auf 93 Fälle. Laut Glamann bildet die Zahl der Straftaten gegen das Leben keine „klassischen“ Tötungsdelikte wie Mord oder Totschlag ab. Die Polizei ermittelte beispielsweise den tödlichen Arbeitsunfall beim Bau des Karstadt-Parkhauses, einen Fall illegaler Abtreibung und eine schwere Körperverletzung mit tödlichem Ausgang. Beim Anstieg der Sexualstraftaten entfällt der größte Teil auf den Besitz/Verbreitung von Kinderpornographie (von 9 auf 15 Fälle), sexueller Missbrauch von Kindern (22/27) und Vergewaltigung (18/22). Insgesamt dominieren im Spektrum Massendelikte wie Diebstahl, Betrug, Körperverletzung und Sachbeschädigung. Sexual- und Raubdelikte machen nur 1 Prozent der Gesamtkriminalität aus, so Glamann.

Kriminalität ist männlich. Von 3891 ermittelten Tatverdächtigen waren 2939 männlich. Der Anteil von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden (1008) liegt mit 25,9 Prozent weiterhin über dem Anteil dieser Gruppe an der Bevölkerung (18,59 Prozent). 642 Tatverdächtige hatten keinen deutschen Pass.

Die gesondert erfassten Opferzahlen berücksichtigen nur Taten gegen Leben und körperliche Unversehrtheit, Sexualdelikte und Raub. Im Direktionsbereich gab es im vergangenen Jahr mit 4911 Personen einen leichten Rückgang zum Vorjahr (5166). Die meisten Opfer gab es bei Körperverletzungen (3296 Fälle). Die Gruppe der 21- bis 60-Jährigen (3258) war am stärksten betroffen, Kinder, Jugendliche und Heranwachsende folgen mit 1378 Fällen. Nur 6 Prozent (267 Fälle) waren über 60 Jahre alt.

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erstellt am 11.Apr.2015 | 14:00 Uhr

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