Sharif Haidari: Bis zum Herbst keine Abschiebung

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09. August 2012, 03:59 Uhr

Schleswig-Flensburg | Sharif Haidari, 19-jähriger Flüchtling aus Afghanistan, darf weiter darauf hoffen, in Deutschland bleiben zu können. Zumindest bis zum Herbst wird das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge keine Entscheidung in seinem Fall fällen. Das versicherte der Präsident der Behörde, Dr. Manfred Schmidt, in einem Schreiben an den Bundestagsabgeordneten Wolfgang Börnsen (CDU). Dieser hatte sich seinerseits für "eine wohlwollende Prüfung" und eine "Regelung aus humanitären Gründen" eingesetzt. Schmidt betonte, das Amt werde keine vorschnelle Entscheidung fällen und vor allem eine Entscheidung des Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgerichtes zum Thema "innerstaatlicher bewaffneter Konflikt in Afghanistan" abwarten. Diese Entscheidung ist für den Herbst angekündigt.

Börnsen hatte Haidari als "Musterbeispiel erfolgreicher Integration" bezeichnet. Er habe innerhalb kurzer Zeit so gut Deutsch gelernt, dass er inzwischen für Landsleute Dolmetscherdienste übernehme, und sich auch sozial engagiert. Nach Einschätzung von Experten handele es sich um einen Härtefall, schreibt der Abgeordnete.

In diesem Sommer absolvierte der junge Flüchtling Sharif Haidari seinen Hauptschulabschluss (wir berichteten). Er möchte gern in Flensburg bei einem Betrieb in die Lehre gehen, eine Zusage für einen Ausbildungsplatz hat er bereits. Wenige Tage vor der Abschlussprüfung erhielt er von der Flensburger Ausländerbehörde einen Abschiebebescheid. Seitdem kämpfen Freunde und ein Flensburger Anwalt für Haidari. Zurzeit läuft ein Wiederaufgreifensantrag zur Festsetzung des Abschiebeverbotes. Zugleich wurde die Härtefallkommission Schleswig-Holstein angerufen, um ein Bleiberecht aus humanitären Gründen zu erwirken.

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