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Grenzübergang nach Dänemark : Seth: Entsetzen nach Nazi-Spruch bei Grenzkontrolle

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Ein Grenzkontrolleur soll einen Pendler mit dem Spruch „Arbeit macht frei“ zur Weiterfahrt aufgefordert haben.

shz.de von
erstellt am 03.Jun.2016 | 10:29 Uhr

Apenrade | Sind Polizisten an der deutsch-dänischen Grenze rechtspopulistisch? Als ein Grenzpendler aus Schleswig-Holstein, wie jeden Morgen, die Grenze bei Seth (bei Süderlügum) überqueren wollte, sei er herausgewunken worden. Als er auf Nachfrage berichtete, auf dem Weg zur Arbeit zu sein, soll der kontrollierende Beamte ihn auf Deutsch mit den Worten „Arbeit macht frei“ zur Weiterfahrt aufgefordert haben.

„Wir hoffen, dass das so nicht stimmt“, sagt die Sprecherin der Polizei von Südjütland und Nordschleswig, Helle Lundberg. Aber, unterstreicht sie, wenn der Betroffene keine Dienstbeschwerde bei der Polizei einreicht, könne sie zu dem Fall nicht mehr sagen als das. „Wir helfen gerne dabei, eine Dienstbeschwerde einzureichen und beraten auch im weiteren Verlauf“, sagt Lundberg.

Doch der Betroffene möchte nicht, dass einem Polizisten durch diesen Fauxpas Konsequenzen drohen. Möglicherweise war dieser sich der Bedeutung des Ausspruches ja gar nicht bewusst? Ohne konkretere Angaben kann die Polizei die Sache jedenfalls nicht überprüfen – und dementsprechend auch nicht Stellung beziehen.

Spruch mit finsterer Vergangenheit

Der Spruch „Arbeit macht frei“ ist im Dritten Reich von den Nationalsozialisten als zynische Aufschrift an den Toren der deutschen Mordfabriken, der Konzentrationslager, etwa in Auschwitz, Dachau oder Theresienstadt, gebraucht worden.

Der Gebrauch des Spruches, ob verbunden mit Kenntnis der Geschichte der Parole oder nicht, hat zu zahlreichen Eklats geführt. So hatte etwa ein Sportflieger-Klub im italienischen Treviso 2010 einen den KZ-Toren nachempfundenen Schriftzug „Fliegen macht frei“ am Zaun des örtlichen Flugplatzes angebracht, bevor er nach großen Protesten entfernt wurde. 2009 wurde die deutsche Fernsehmoderatorin Juliane Ziegler von Pro 7 entlassen, nachdem sie in einer Sendung Hörer mit dem Spruch „Arbeit macht frei“ zum Anrufen bewegen wollte.

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