Serien-Aus: Kappeln befürchtet Auswirkungen auf den Tourismus

Christian Quadflieg (1987-1992).
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Christian Quadflieg (1987-1992).

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05. Oktober 2012, 03:59 Uhr

Kappeln | 25 Jahre gehörte der Landarzt zu Kappeln wie die Schlei. Bundesweit dürfte die Bekanntheit der Stadt vor allem dank der TV-Serie deutlich zugenommen haben. Doch was bedeutet das Aus nun für die Stadt und den Tourismus? "Wenn die Serie auf Sendung ging, stieg automatisch auch die Buchungsanfrage", sagt Jürgen van Schöll von der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH(WTK). Die Fernsehbilder hätten bei den Gästen Impressionen bewirkt, die zukünftig fehlen würden. Der WTK-Geschäftsführer sieht daher das Aus für die beliebte Fernsehserie als "unglücklich für Kappeln" an. "Wir hatten schon einen kleinen Landarzt-Tourismus", so van Schöll.

Corinna Graunke, Vorstandsmitglied beim Wirtschaftskreis pro Kappeln (WPK), befürchtet ebenfalls, dass mit dem Produktionsende des Landarztes auch der Tourismus Schaden nimmt. Der Wirtschaftskreis diene unter anderem der Imagesteigerung für den Wirtschaftsstandort und die Einkaufsstadt. Dabei sei der Tourismus das wichtigste Standbein. "Den Großteil unserer Umsätze in der Innenstadt erwirtschaften wir in der Saison - wenn Touristen wegbrechen, bricht auch Umsatz weg", meint das WPK-Vorstandsmitglied. Und weiter sagt Graunke: "Der Landarzt gehört zu Kappeln wie die Brücke und Aal Föh."

Ulrike Fehlberg, stellvertretende Vorsitzende des Touristikvereins, bedauert das Ende der TV-Serie ebenfalls. "Bei Anforderungen des Urlaubskatalogs wurde häufig der Landarzt erwähnt", sagt sie. Westerholzmühle, die Landartztpraxis und all die Drehorte zählten zu den beliebten Ausflugszielen. Fehlberg hat den Landarzt immer gern geschaut. Über Walther Plathe, Landarztdarsteller Nummer zwei, weiß sie auch zwei kleine Geschichten zu erzählen. Einmal war Fehlberg mit ihrem Mann bei der Stadtpassage, als Walther Plathe ihr über den Weg lief. "Da sagte ich zu meinem Mann: Sag mal, war er das nicht? Da dreht Plathe sich um, und sagte: ,Ja das war er." Ein anderes Mal ging Fehlberg mit ihrem Mann bei Lindaunis spazieren, als sie Plathe bei Dreharbeiten sah. "Und ausgerechnet jetzt habe ich meinen Fotoapparat im Wagen", entfuhr es Fehlberg. Darauf sagte Plathe nur, sie solle zu ihrem Wagen gehen und den Fotoapparat holen. "Und er hat wirklich gewartet und Aufnahmen von sich machen lassen."

WTK-Geschäftsführer Jürgenvan Schöll glaubt, dass der Region ein gewisser Landarzt-Effekt erhalten bleibt. "Zur Schwarzwaldklinik ins Glottertal fahren die Leute auch noch 20 Jahre nach Drehende. Wir dürfen dankbar sein, dass der Landarzt so lange hier gedreht wurde."

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