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Queisser Pharma : Seniorenpreis für eine Sängerin und „Mister Awo“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Firma Queisser Pharma ehrt Herta Wullf und Wilhelm Flor mit 3000 Euro. Beide engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für Senioren.

Flensburg | „Ich bin überrascht über die Hilfsbereitschaft der Menschen, die sich ehrenamtlich um die Flüchtlinge kümmern“, sagt Jan Kuskowski, Geschäftsführer der Firma Queisser Pharma. Damit bezieht er sich nicht nur auf die Helfer am Bahnhof, sondern auch auf jene, die in ihrer Freizeit Deutsch unterrichten oder den Zugewanderten montags die Haare schneiden. Doch nicht nur sie leisten wertvolle Arbeit. Die Firma Queisser zeichnete gestern Herta Wullf (68) und Wilhelm Flor (79) für ihr jahrelanges Engagement mit dem Seniorenpreis aus. Beide bekamen jeweils 3000 Euro.

Wullf arbeitet seit 1997 ehrenamtlich im dänischen Alters- und Pflegeheim in der Nerongsallee. „Dort bin ich in einer Gesangsgruppe“, erzählt sie. Die gelernte Erzieherin hat in dieser Zeit viel erlebt. So erinnert sie sich an eine Person, die nicht mehr sprechen konnte und trotzdem zum Singen kam. Auch wenn sie ihre Lippen nicht bewegte, merkte Wullf, dass sie froh war. „Sie glaubt daran, dass Zuwendung niemals vergeblich ist“, sagt Stadtpastor Johannes Ahrens in seiner Laudatio. „Dazu tragen Sie Woche für Woche bei.“ Vor ihrer Zeit im Alters- und Pflegeheim hat die 68-Jährige im Vorstand des Sydslesvigsk Forening (SSF) und im Vorstand der dänischen Kirchengemeinde St. Jørgen gearbeitet.

Der gebürtige Flensburger Wilhelm Flor erlernte mit 16 Jahren den Beruf des Betriebsschlossers und orientierte sich sechs Jahre danach um – als Berufsfeuerwehrmann. Nach 38-jähriger Tätigkeit war für ihn mit der Rente aber nicht Schluss. Flor, Mitglied im SPD-Ortsverband Engelsby, war von 1998 bis 2003 Ratsherr und im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen für die Feuerwehr zuständig. Noch während dieser Zeit zog es ihn zur Arbeiterwohlfahrt (Awo) und er übernahm 1996 den Vorsitz der Awo Flensburg. Dort engagiert er sich noch heute – ehrenamtlich, versteht sich. Er hat für alle ein offenes Ohr, hilft bei der Wohnungs- oder Pflegeplatzsuche und bei Behördengängen. Besonders gern organisiert er die Donnerstagnachmittage in den Stadtteilcafés. Auch im Seniorenclub Sophiesminde ist „Mister Awo“ ein gern gesehener Gast. Über seine zehnjährige Tätigkeit als Schiedsmann sagt der Vater zweier Töchter: „Einige Leute haben 30 Jahre nicht miteinander geredet und ich habe sie zurück auf den Boden der Tatsachen geholt.“

Mit der Verleihung des Seniorenpreises eröffnete OB Simon Faber die Woche „Flensburg Aktiv - Begegnungen von Generationen und Nationen“.

 

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erstellt am 13.Okt.2015 | 11:00 Uhr

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