Seit 50 Jahren leuchtende Kinderaugen

So fing alles an: Gründer Nikolaus Petersen senior mit Rehen vor der Jagdhütte. Foto: privat
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So fing alles an: Gründer Nikolaus Petersen senior mit Rehen vor der Jagdhütte. Foto: privat

Von der Jagdhütte zum Spielparadies: Die Tolk-Schau blickt in dieser Saison auf ein halbes Jahrhundert zurück

shz.de von
18. Juni 2013, 03:59 Uhr

Tolk | Egal ob Opa, Papa, Sohn oder Enkel: Wer im vergangenen halben Jahrhundert zwischen Flensburg, Schleswig, Ostsee und Schlei groß geworden ist - oder gerade groß wird -, dem ist die Tolk-Schau mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht nur ein Begriff, sondern auch ein lieb gewonnenes Ausflugsziel. Wer hat nicht schon mit Mama eine Abfahrt mit der Sommerrodelbahn gewagt, stand mit Oma und offenem Mund vor den kleinen Häuschen im Märchenwald oder ging mit seinem Bruder auf Dinosaurier-Entdeckungsreise? Keine Frage: Der Freizeitpark gehört zum Kreis Schleswig-Flensburg einfach dazu. Und dadurch, dass jeder Besucher - gewollt oder ungewollt - einen Tolk-Schau-Aufkleber auf die Heckscheibe seines Auto gepappt bekommt und auch Generationen von Schlei-Touristen den Park besucht haben, ist dieser längst weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt.

In diesem Jahr nun feiert der Park sein 50-jähriges Bestehen - und ist damit "einer der ältesten seiner Art in ganz Deutschland", wie Inhaber Nikolaus Petersen betont. Er hat die Tolk-Schau Mitte der 1990er Jahre von seinem Vater übernommen und ist inzwischen gemeinsam mit seiner Frau Marianne und den Töchtern Tanja und Karen für deren Geschicke verantwortlich. "Jahr für Jahr haben wir fast jede Mark und jeden Euro, den wir verdient haben, in die Weiterentwicklung des Parkes gesteckt. Groß vorausgeplant haben wir dabei eigentlich nie, es ist einfach gewachsen", erzählt Petersen.

So ist aus einem Ausflugslokal mit Wildgehege, der sogenannten "Jagdhütte", nach und nach ein stattlicher Freizeitpark geworden, der sich heute auf rund 30 Hektar erstreckt und pro Saison etwa 150 000 Besucher anlockt. Richtig los ging es, nachdem man eine offizielle Schankkonzession erhalten hatte und einen Kinderspielplatz neben das Lokal baute. Dann kam bald ein erster Autoscooter hinzu. "Ende der 60er Jahre haben wir die Märchenhütten aufgestellt. Die beweglichen Figuren haben wir von alten Weihnachtsmärchen-Schauen von Hertie übernommen. Den Rest haben wir selbst gebaut. Unter anderem mussten wir mit einer Schallplatten-Schneidemaschine tagelang daran arbeiten, ein paar Töne zusammenzukratzen", erzählt Petersen.

Heute stehen die kleinen Hütten noch immer auf dem Parkgelände - und rufen vor allem bei älteren Besuchern schöne Erinnerungen hervor. Die jungen Gäste lieben es hingegen doch etwas rasanter, auch wenn die Tolk-Schau in erster Linie Kinder bis etwa elf Jahre anspricht. Loopings oder einen Freien-Fall wird man hier deshalb nicht erleben. Dafür gibt es aber neben zahlreichen Fahrgeschäften 100 lebensgroße Dinosaurier-Nachbildungen, Ausstellungen und Bimmelbahnen, die auch von Senioren gerne genutzt werden.

Das wiederum ist durchaus so gewollt. Denn der Trend gehe dahin, dass immer öfter Großeltern mit ihren Enkeln statt Eltern mit ihren Kindern in den Park kommen, wie Petersen beobachtet hat. "Heute arbeiten oft beide Elternteile und es gibt mehr Alleinerziehende als früher. Die Geburtenrate geht seit vielen Jahren zurück, dafür gehen die Kinder aber auf Ganztagsschulen. Dass viele von ihnen zudem oft vor dem Computer sitzen, ist sicherlich auch nicht gerade von Vorteil für uns", zeigt er die Herausforderungen auf, mit denen nicht nur Sportvereine, sondern auch der Park zu kämpfen hat. Aber: Überlebt hat die Tolk-Schau dennoch. "Wir haben immer versucht, uns am Kunden- und Kinderwunsch zu orientieren", fasst Petersen das Erfolgsrezept der Tolk-Schau zusammen. tolk-schau.de

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