Fischereiverein Flensburg : Sehenswert: Flensburger Fischereitradition

Im klassischen Fischerhemd: Fischereivereins-Vorsitzender Horst-Dieter Hansen.
Im klassischen Fischerhemd: Fischereivereins-Vorsitzender Horst-Dieter Hansen.

Der Fischereiverein hat ein kleines, aber feines Museum aufgebaut, das man gratis besuchen kann.

shz.de von
03. August 2017, 15:57 Uhr

Ein Kulturgut, das so alt ist wie die Stadt selbst - die Fischerei. Direkt am Ostufer befindet sich in einer roten Holzhütte am Saum des Uferstrands das Museum des Flensburger Fischereivereins von 1872.

Ein fast 250 Jahre alter Kahn, das „Wadenboot“, sowie alte Arbeitsgerät und Netze werden ausgestellt. Ein besonderes Highlight für Kinder ist das Aquarium, in dem sich Schollen, Seesterne, Krebse und viel mehr Meeresgetier tummeln. Regelmäßig werden die Meeresbewohner ausgewechselt. Exponate und traditionelle Werkzeuge – etliches davon Kellerfunde – wurden gespendet.

Erst vor fünf Jahren wurde das Museum erweitert – dank der tatkräftigen Unterstützung der Mitglieder, die mit 15 000 Euro zum Aus- und Aufbau der Sammlung beigetragen haben. Nur 45 der aktuell 120 Mitglieder sind Fischer, die entlang der gesamten Flensburger Förde ansässig sind.

Der Flensburger Horst-Dieter Hansen ist 1. Vorsitzender des Fischereivereins. Den Beruf lernte er von seinem Großvater, sein Brot aber verdiente er im Hauptberuf als Spediteur. Fischerei war immer seine Leidenschaft – als Nebengewerbe. „Es gibt keine hauptberuflichen Fischer mehr an der Förde. „Umso mehr muss man um diese Tradition kämpfen“, so Hansen. Denn auch der Nachwuchs bleibt aus. Nur wenige schaffen die dreijährige Ausbildung zum Fischer. Die meisten Auszubildenden machen ihre Lehrjahre neben ihrem „ordentlichen“ Beruf. Das ist zeitintensiv und nicht jedermanns Sache, weiß Hansen.

Geschätzt wird die Arbeit des Fischers aber nach wie vor. Der Absatz ist gut. „Für den Verbraucher gibt es nichts besseres als den Fisch direkt vom Kutter. Man bekommt eine hohe Qualität für einen geringen Preis.“

Das Fischereimuseum ist für den Traditionsfischer eine Herzensangelegenheit. In der Sommerzeit hat das Fischereimuseum von 8 bis 21 geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.

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