Wassersleben : Segelhafen kämpft gegen Versandung

Unerwünschte Hafenfüllung: Bagger haben den angespülten Sand ausgehoben und im Uferbereich aufgeschüttet.  Foto: Michael Staudt
Unerwünschte Hafenfüllung: Bagger haben den angespülten Sand ausgehoben und im Uferbereich aufgeschüttet. Foto: Michael Staudt

Wasserbaustelle Wassersleben: Durch Aushub und Ausbau sollen mehr Freizeitsportler angelockt werden - und eine verlängerte Mole soll den Skippern Schutz bieten.

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04. April 2013, 11:40 Uhr

Flensburg/Harrislee | 6000 Kubikmeter Materialaushub und eine auf 180 Meter verlängerte Mole: Der Segel-Sportverein Flensburg-Harrislee (SSFH) in Wassersleben hat den Kampf gegen die Versandung aufgenommen - und verbindet dies mit einem Expansionskurs. Wenn die Bauarbeiten Mitte Mai abgeschlossen sind, soll der Segelhafen nicht nur besser geschützt und von größeren Schiffen ansteuerbar sein, sondern auch noch 50 Liegeplätze mehr bieten. "Wir freuen uns, dass das Projekt nach fünf Jahren der Planung und Genehmigung kurz vor dem Abschluss steht", sagt Klaus-Peter Heldt, SSFH-Vorsitzender.

Seit Jahren machte dem Verein die Versandung im Sportboothafen das Leben schwer. Von Osten her haben Strömungen große Mengen Sand aus Richtung Flensburg in den Wasserslebener Hafen transportiert und abgelagert, berichtet Heldt. Die Folge: Schiffe mit mehr als zwei Meter Tiefgang mussten sich ein anderes Plätzchen suchen.

Das soll sich ab dieser Saison ändern. Seit Ende Januar laufen die Wasserbauarbeiten, die wohl kaum einem Spaziergänger entgangen sind. Ein großer Bagger hat das Hafenbecken ausgehoben und das Material im Uferbereich aufgeschüttet - so gewinnt man eine neue Fläche, die als Liegeplatz für die in der Jugendarbeit genutzten Jollen dienen soll. Das Hafenbecken erlaubt fortan bis zu drei Meter Tiefgang der Schiffe. Dadurch erhofft sich der Segel-Verein Zuwachs. "Seit Jahren konnten wir unsere Mitgliederzahl wegen der Tiefgangsbegrenzung nicht steigern", beklagt Heldt.

Und um der Versandung in Zukunft einen Riegel vorzuschieben, wird die Mole nach Südosten auf eine Gesamtlänge von 180 Metern erweitert. Positiver Nebeneffekt: der bessere Schutz der Boote - und auch des Wasserslebener Strands. Im selben Zug baut der SSFH eine neue Brücke mit zusätzlichen Kapazitäten: 135 statt bislang 85 Liegeplätze stehen den Schippern ab Mitte Mai bereit. Heldt sieht darin eine Steigerung der touristischen Attraktivität: "Unser großes Ziel ist es, dadurch mehr Segler in die Förde zu locken."

Ende April sollen Ostseedienst GmbH (Kappeln) und Deutsch-Dänische Wasserbau GmbH (Arnis) die Arbeiten abgeschlossen haben. Anschließend stehen Eigenarbeiten an Brücken, Beleuchtung und Wegen an, welche die Mitglieder selbst in die Hand nehmen. Der Verein hatte ein früheres Datum für die Fertigstellung angepeilt, doch "das Wetter hat uns einen großen Streich gespielt", sagt der Vorsitzende. Zuletzt war ein Taucher im Einsatz, der das Mitleid seiner Kollegen und Auftraggeber auf seiner Seite hatte: Im Bereich der neuen Mole musste er eine Fleeceschicht auf dem Ostsee grund befestigen - bei drei Grad Förde-Temperatur.

Finanzielle und logistische Unterstützung für den insgesamt 700 000 Euro teuren Bau gab es von der Gemeinde Harrislee, der Stadt Flensburg und der AktivRegion Mitte des Nordens. Außerdem hofft der SSFH durch die Beiträge neuer Mitglieder die Kosten aufzufangen. Derzeit hat der Verein rund 200 Mitglieder, davon etwa 80 aktive.

Als nächstes stehen die Rammarbeiten sowie die Verlängerung der Mole an. Dafür werden momentan täglich große Ladungen Natursteine mit einer Schute vom Flensburger Hafen quer über die Förde nach Wassersleben transportiert. In zwei Wochen soll sich der Hafen dann mit Leben füllen, wenn die ersten Vereinssegler ihre Boote zu Wasser lassen.

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