Neue Attraktion am Flensburger Hafen : Seemannsheim setzt die Segel

 „Störtebeker-Projekt“:  Fabian Keller, Restaurantchef Jan Voß, Geschäftsführerin Sandra Nielsen, Ben Heinrich und Phillip Meyerhenke.
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„Störtebeker-Projekt“: Fabian Keller, Restaurantchef Jan Voß, Geschäftsführerin Sandra Nielsen, Ben Heinrich und Phillip Meyerhenke.

Neues Hostel und Restaurant an der Schiffbrücke will nach einjähriger Bauphase bis Ostern eröffnen

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10. März 2018, 06:59 Uhr

Irgendwann hatte die legendäre Küstenkneipe „Zum Störtebeker“ in den frühen Morgenstunden das letzte Bier ausgeschenkt, seine allerletzten Gäste ausgespuckt. Danach war das Haus Schiffbrücke 40, erbaut im Jahr 1840, verwaist. Doch Fabian Keller, der vis à vis ein kurzes Gastspiel mit seiner Haifischbar zelebrierte, hatte längst ein Auge darauf geworfen.

Das Konzept für ein Restaurant der etwas anderen Art hatte er schon im Kopf. Mit Ben Heinrich, der nur einen Brötchenwurf entfernt seine Fischhütte betreibt, fand er den passenden Partner. Als das Investorenteam 2015 das Haus von der Stadt erwerben konnte und auf Sandra Nielsen stieß, entwickelte das Trio die Idee, das dreistöckige Gebäude zu einem von maritimem Flair umwehten Hostel umzugestalten. Sein Name: Seemannsheim.

Lange dauerte es, bis die Baugenehmigung vorlag; die reine Bauzeit, in der das Haus entkernt, grundsaniert und (bis auf die Lage der Eingangstür) in seinen Originalzustand zurückversetzt wurde, betrug ein Jahr. „Als Eröffnungstermin peilen wir Ostern an“, sagt Fabian Keller, „dann läuft bei uns das volle Programm.“ Doch schon vorher wird man die eine oder andere Köstlichkeit im Restaurant „Hafenküche“ mit angegliederter Bar genießen können.

Elf Zimmer beherbergt das Haus – Mehrbettzimmer mit Gemeinschaftsduschen, Privatzimmer mit eigenem Bad und ein Appartement. Die Preise bewegen sich ab 20 Euro pro Person aufwärts.

Charakteristisch sind die steinernen Rundbögen, die sich bis ins 2. Geschoss ziehen. Dazu viel Stahl, Holz und Material aus dem Schiffbau. Die alten Türen werden gegenwärtig aufgearbeitet, die Betten vom Tischler rustikal gezimmert. Kunststoff, Schnickschnack oder verkitschte Folklore sucht man hier vergeblich. „Wir wollen ein Haus für alle sein“, betont Ben Heinrich, „der Anzugträger ist uns genauso willkommen wie der Seemann.“

Das Restaurant verspricht kulinarische Ausflüge in alle Häfen der Welt. Auf der kleinen Karte wird man Spezialitäten wie Ziege „Wellington“ im Crêpemantel mit Sauce Cumberland, eine Rinderkraftbrühe mit Pfannkuchen und gebratenen Skrei mit Rübenmus und Rote-Beete-Schaum genauso finden wie vegane Gerichte. Dazu ein leicht gehopftes Bier von der hiesigen Westindien Compagnie oder einen in Nübelfeld gerösteten Kaffee. „Die Speisekarte wird wechseln und mit einer Reise nach Vietnam beginnen“, sagt Koch Phillip Meyerhenke. Mit Bauern aus der Region arbeite man genauso zusammen wie mit den Nachbarn vom Schifffahrtsmuseum, Museums- und Historischem Hafen. Das Seemannsheim ist mit allerlei liebevollen Accessoires versehen, mit gezielt ausgesuchten Einzelstücken. „Dafür hatten wir ja genug Zeit“, sagt Fabian Keller, „auf die Baugenehmigung mussten wir lange warten.“

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